Eine Woche, die Wustermark so noch nicht erlebt hat!

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen!

Der 1.Mai und die Amtszeit des neuen Bürgermeisters (BM) beginnt. Eine Übergabe hat es wohl immer noch nicht gegeben, obwohl der alte Amtsinhaber es bei der Dallgower Veranstaltung gesagt hatte! Leider sind manche Worte schneller Schall und Rauch, eh sie verklungen sind! Denkt aber nicht, dass wir jetzt aufhören müssen, das Erbe des alten BM würde jeder privat sicher ablehnen! Wir wünschen dem Herrn Schreiber die Kraft und das Durchsetzungsvermögen hinter die Kulissen zu sehen und hoffen, dass die Verwaltungsmitarbeiter, die schon so manchen Bürgermeister überlebt haben, ihn mit ganzer Kraft unterstützen! Es ist unsere Welt, wir dürfen sie gestalten und dafür sorgen, dass unsere Kinder unser Erbe gern annehmen! Damit bin ich beim THEMA!

Danke für eure Teilnahme und euer Engagement an unserer 1. DEMO, ihr wart einfach Klasse. Wir waren laut und deutlich zu hören. Wir sind angetreten, uns nicht mehr auf der Nase herumtanzen zu lassen! Danke liebe Eltern, dass ihr euren Kindern die Möglichkeit gebt, ihre Rechte zu lernen! In der Vorbereitung der DEMO habe ich gelernt, dass das Versammlungsrecht eines der höchsten Rechte der Menschen hier in Deutschland ist! WIR MÜSSEN ES NUTZEN, UM GEHÖRT ZU WERDEN! IHR WART SPITZE! Danke an die zahlreichen netten, freundlichen Polizisten und den Einsatzleiter, der mit viel Kulanz und Wohlwollen aggiert und unsere Veranstaltung gesichert hat. Beim Verabschieden habe ich ihm gesagt, dass wir uns bei der nächsten Demo wiedersehen! So konnte ich ein Schmunzeln auf seinen Lippen sehen, Danke Herr Hohmann! Leider gab es auch ein wenig Schatten, die übermäßige Anwendung von körperlicher Gewalt des Herrn Wolfgang Schröder (wie ich gestern erfuhr evangelischer Pfarrer) gegenüber Kindern und einer behinderten Frau mit Rollator, lassen mich an seiner christlichen Nächstenliebe zweifeln. Mein Bruder meinte nur, dafür gibt es einen Bischof, bei dem solche „Vorbilder“ sicher nicht gut ankommen! Aber weiter ihr Lieben.. Interessierten.. Befürworter.. Mitstreiter..

So kam es dann auch, dass die GV-Veranstaltung (für unsere neuen Leser- GV=Gemeindevertreter) am Mittwoch wieder voll war. Obwohl wir am Eingang des Rathaus gezählt wurden (wie die Schäfchen) und sonst die Tür bei 25 geschlossen werden sollte, gab es diesmal die Möglichkeit, den Raum auszufüllen. So passten gut 70 Menschen hinein und erwarteten die Themen. (Ich freu mich auf eure Kommentare auch zu den anderen Themen!) Erstmals eröffnete Frau Schiller die Versammlung und nahm vorweg, dass Herr Stein leider schwer erkrankt ist. Wir senden ihm Genesungswünsche. Gespannt erwarteten wir den „nächsten“ Vortrag von Herrn Siegmund (Kraftwerksinvestor). Wir Bürger durften leider nur in der Bürgerfragestunde unsere Fragen vorab stellen, haben sie aber schon aufgespart für den nächsten Abend.

Die „Verkaufsveranstaltung“ des Investors, so kam es einigen zumindest vor, wurde dann durch eine angregte Diskussion einiger Gemeindevertreter erweitert (Thema Lärm, Licht in der Nacht, Abstand, Wasserdampf..). Wenn das schon ein kleines Ergebnis der DEMO ist, dass gefragt wird, dann haben wir schon einen klitze kleinen Schritt geschafft! Kritisch Hinterfragen, dass ist es, was wir seit Wochen vermissen! Wir sind gesprächsbereit! Es ist nicht damit getan unsere Umwelt zu lieben, wir müssen auch viel dafür tun, um sie nicht zu zerstören!

Leider kamen dann am nächsten Abend, dem Donnerstag (29.4.2010), nicht viele Gemeindevertreter. Wir hatten einen gut gefüllten Saal, ca. 150 Menschen waren dem Aufruf der Grünen gefolgt. Hier an dieser Stelle möchte ich mich bei den Initiatoren den Grünen herzlich bedanken. Danke an die Moderatorin des rbb M. Ferreira-Erlenbach, -Jemandem ins Wort zu fallen ist so weit ab von meiner Erziehung, das werde ich noch üben müssen!- So gab uns der Abend die Möglichkeit zu zeigen, welche Herangehensweisen wir haben, um dieses Kraftwerksprojetk kritisch zu hinterfragen und abzulehnen. (Wir werden unseren Vortrag noch als Link einstellen, für alle die, die gern gekommen wären, aber aus gesundheitlichen oder anderen wichtigen Gründen leider fern bleiben mussten.)

Wir haben uns und tauschen uns ständig mit Menschen über die verschiedensten Sachthemen aus, die aktiv am Naturschutz und für die Umwelt arbeiten. Haben uns Zusammenhänge erklären lassen von unseren Bauern, die sich mit unseren vor Ort- Wasserverhältnissen am besten auskennen müssen und haben recherchiert und gelesen, gelesen, gelesen und dann diskutiert! Das Wissen zusammengetragen und so sind unsere Ansichten und der Vortrag entstanden! -Übrigens würde man das Kraftwerk an den Nymphensee anschließen bräuchte es nicht einmal 20 Tage und er wäre leer!-

Herr Rainer Baake, von der Organisation Deutsche Umwelthilfe e.V., hat einen interessanten Vortrag darüber gehalten, wie groß in Deutschland der Anteil der Erzeugung von Strom durch „Erneuerbaren Energien“ (EE) schon ist, welche Ziele weiter verfolgt werden und warum wir in Deutschland dazu Gaskraftwerke benötigen. Teilweise war der Anteil der EE so hoch, dass konventionell hergestellter Strom (Kohle-, Atom-, Gaskraftwerke) nicht mehr abgenommen wurde und die Stromhersteller den „Groß“-Abnehmern Geld gezahlt haben, damit sie den Strom abnehmen! Was er aber auch ausdrücklich zu Beginn und zum Ende seines Vortrages sagte war, dass er sich zu dem Standort hier in Wustermark in Bezug auf ein Gaskraftwerk nicht äußern wird. So wie es jetzt in der BRAWO am Sonntag steht, ist es sachlich nicht richtig. Ja, er befürwortet flexible Gaskraftwerke, aber er möchte sich ganz bewusst zu dem Standort Wustermark nicht äußern!

Herr Siegmund war als nächstes auf der Rednerliste. Sein Vortrag war nicht so ausführlich wie sonst und die Verbauchskreisläufe von Gas und Wasser fehlten ganz, die Ansichten zur Betrachtung der Raumuntersuchungen fehlten leider auch (diese Karte werden wir euch gern zur Ansicht einstellen). Aktuell werden die überarbeiteten  Anträge zum Vorhaben an die Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg erstellt und dann abgegeben. Das anschließende Raumordnungsverfahren -kurz ROV- gibt dann allen Menschen hier in den Gemeinden die Möglichkeit, ihren Standpunkt, ihre Bedenken und ihre Kritiken zu äußern! Die angrenzenden Gemeinden werden hier Stellung beziehen müssen, so wie der Bürgermeister von Falkensee. Er hat versucht die Vorteile des Standortes Wustermark hervorzuheben, leider waren diese für mich keine! Wie habt ihr das gesehen? Selbst die Möglichkeit der Gewerbesteuer verpuffte im Raum, als Herr Strehl von den Grünen meinte, dass in der Bundesregierung über die Abschaffung der Gewerbesteuer diskutiert wird und damit dieser Vorteil eher keiner ist.

Der Vortrag unserer BI hat Spaß gemacht und ich hoffe, dass es nicht arg so holprig war. Es ist schon ein Unterschied ein Frage in der GV zu stellen, als vor so vielen Menschen zu stehen.  Euch kann ich nur das Feedback geben,  dass es super war, unsere Meinung so offen vertreten zu dürfen! Wie ich eingangs schon sagte:“ Werter Herr Siegmund würden wir uns heute in der Lausitz befinden und sie würden zu mir sagen, Frau Belter, das Kohlekraftwerk dort drüben werde ich abreißen und ihnen ein modernes Gaskraftwerk hinsetzten!, so wäre ich die erste, die dafür wäre. Aber wir befinden uns nicht in der Lausitz und sie werden dort weder ein Kraftwerk abschalten noch eines abreißen, stattdessen wollen sie in einem Abstand von 420 m hier eines der größten Gas- und Dampfturbinenkraftwerke Deutschlands, wenn nicht Europas, bauen. Wir denken an die globalen Auswirkungen, können aber nicht verstehen, warum der Landkreis Havelland mit seinen Windkraftanlagen für alle Bundesländer die CO2-Ausstößen wegradieren soll. Solch ein riesiges Umweltprojekt muss auf alle Schultern im Land verteilt werden!

Die Menschen zum Nachdenken anzuregen ist unser Ziel und wenn ihr dann noch unseren Argumenten folgen könnt, ladet euch den BI-Antrag runter und macht mit. So werden unsere Bürgermeister und Gemeindevertreter in den umliegenden Gemeinden hören, was wir wollen! Die Bilder in unserem Vortrag sind eine Darstellung, wie ein solches Kraftwerk dort aussehen könnte. Die Darstellung der Ansicht aus unserer Perspektive von der Zeestower Straße war nicht aufmunternd. Aber aufmunternd genug, um zu wissen, wofür wir kämpfen!

In der Diskussionsrunde wurden viele Fragen gestellt!

-nach der Finanzsicherheit des Investors, -nach vergleichbaren Referenzobjekten (die es nicht gibt, da ein solches Kraftwerk noch nicht gebaut wurde), -wie viele Kraftwerke die Advanced Power schon errichtet hat (2 im Bau und keines in Betrieb), -was wenn es gebaut werden würde und sich die Wasserproblematik bewahrheitet (würde die Genehmigung entzogen werden), ggf. umgebaut zur Luftkühlung, die aber für den Standort Wustermark zu laut ist!  -wer würde die Bauruine entfernen (der Investor nicht), -spaßenshalber fragte dann jemand, ob das dann das 2. Tropical-Iland wäre, -wohin der Strom verkauft würde, da in Deutschland solche eine zusätzliche Kapazität nicht mehr benötigt wird (soll ins europäische Verbundnetz eingespeist werden), wurde den Industrien tatsächlich schon Gelder gezahlt, damit sie Strom abnehmen (Ja, da so viele Überkapazitäten vorhanden waren), Strom aus Erneuerbarer Energieerzeugung muss im Vorrang in die Netze eingespeist werden (Ja),  -warum im Havelland alle Windkraftanlagen stehen und nicht alle Bundesländer mitmachen (hier sollte eine andere Politik gefordert werden, wir sind aufgefordert mitzumachen), -ob sich der Investor nicht schon gewundert hat, dass trotz seiner transparenten Information die Mitgliederzahl der BI weiter steigt, bei 1000m³ Wasserverbrauch pro Stunde und 250m³ Wasserrückführung müssen die 750 m³ Differenz ja in die Luft geblasen werden (Ja, aber sie sind dann nicht so sichtbar) -wie ein Schweizer Unternehmen nach Wustermark kam…. Eine der letzten Fragen an Herrn Baake gerichtet war es, „..was könne wir jetzt tun?“  und seine Antwort -…die Bauleitrichtlinien für das Grundstück werden von der Gemeinde erarbeitet, es liegt in deren Händen, ob das Kraftwerk darauf gebaut werden kann oder nicht, wenn die Kriterien der Bauleitplanung nicht dem Kraftwerk entspricht, dann ist diese Fläche ungeeignet und ein Investor hätte dann Pech gehabt! Das nenne ich einen Wegweiser!

Helft uns und tragt mit uns gemeinsam die Fragen und Antworten zusammen, damit wir den Informationsbrief für Mai 2010 zusammenstellen können, um alle Mitglieder wieder über Aktuelles zu unterrichten.

Danke für euer Interesse und genießt die schönen Sonnenstunden, wir werden uns gemeinsam darum kümmern, dass keine Wasserdampfschwaden unseren Himmel vernebeln. Mit dampffreien Grüßen in den neuen Monat!

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Neue geplante Veranstaltung am 29.April 2010

Die Grünen aus Falkensee laden uns herzlich ein!

Am 29.April 2010 findet um 19:00 Uhr in der Aula der Oberschule Elstal eine Podiumsdiskussion, mit dem Investor des GuD-Kraftwerks, der Gemeindeverwaltung Wustermark und der Bürgerinitiative GEGEN das GuD-Kraftwerk statt.

Nun erhalten auch wir die Möglichkeit unsere Gesichtspunkte und unsere Gegenargumente, zum geplanten Kraftwerk in Wustermark, öffentlich zu vertreten und die Risiken für unsere Umwelt aufzuzeigen.

Herzlich eingeladen sind unser Mitglieder der Bürgerinitiative, alle Gemeindevertreter der betroffenen Gemeinde, alle Bürger, Befürworter, Interessierte, Wissende und Unwissenden, um in einer angeregten Diskussion, auch unseren Entscheidungsträgern der Gemeinden zu zeigen, was wir wollen und was nicht.

Eines wollen wir sicher nicht, dass man uns Bürger wie unmündige dumme Kinder behandelt, die hier sowieso nichts zu sagen haben. Denn eines ist gewiss, ein Gemeindevertreter soll das Sprachrohr seiner Wählerschaft sein und deren Interessen vertreten!

Wir freuen uns auf einen anregenden und interessanten Abend.  Eure Bürgerinitiative