Warum NEIN zu ein GuD-Kraftwerk hier im Havelland!

Volumen einer Tonne CO2 - 8m x 8m x 8m

Volumen einer Tonne CO2 - 512 m³

Solange wie es fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas gibt, werden diese beiden Kraftwerkstypen immer laufen! Schaut euch alte Kraftwerke an, sie werden modernisiert, überarbeitet, aber nie abgeschalten! Ich glaube, dass kein Energiekonzern je ein Kraftwerk abschalten wird, es sei denn, die Politik zwingt sie dazu. Aber so lange die Lobbyisten Geld bezahlen, solange wird es in der Politik keine Veränderung geben!

Könnt ihr euch vorstellen, was es heißt, dass das Kraftwerk:

1,5 Millionen Tonnen zusätzlich an CO2 pro Jahr in unsere Atmosphäre bläst?   220.000 Nm³ (Normm³)/h an Gas verbraucht? -was 1.000.000 Liter Wasserverbrauch / h für unsere Natur bedeuten? (der Nymphensee würde keine 20 Tage überleben!)   -was 750.000 Liter Wasser in Form von Wasserdampf für unsere Atemluft bedeuten?   -was es für unseren Kanal bedeutet 250.000 Liter/ h warmes Wasser eingeflöst zu bekommen?   -was es für uns Anwohner heißt, ein Kraftwerk, von einer Dimension, die nicht vergleichbar ist (nur rechnerisch auf dem Papier), direkt vor die Haustür gesetzt zu bekommen? (Reißt ein Kohlekraftwerk ab und baut statt dessen ein GuD-Kraftwerk!)   -was eine zusätzliche Lärmquelle für Anwohner in Wustermark, Dyrotz, Zeestow, Brieselang, Falkensee, Elstal, Priort bedeutet? (zusätzlich zur A10, B5, ICE-Strecke Berlin Hannover)    -ob bei einer Investitionssumme von 600 Milllionen Euro überhaupt eine Gewerbesteuer anfällt oder eher Abschreibungen und Subventionen die Geldbeutel der Betreiber füllen?   -was kann es für uns alle bedeuten, wenn hier ein so überdimensioniertes Gas- und Dampfkraftwerk entsteht?

NEIN? Wir konnten es uns auch nicht vorstellen! Und so haben wir uns mit Menschen unterhalten und uns erklären lassen, was es für uns und unsere Umwelt sehr wahrscheinlich bedeuten wird! Haben recherchiert und herausgefunden, dass unser Land Brandenburg zu den trockensten Bundesländern Deutschlands zählt! Zur Zeit laufen dazu auch Berichte im TV! Dass die Politik unseres Landes darauf zielt, Weltmeister in der Stromerzeugung zu werden (Netzbetreiberstudie der Uni Cottbus), ohne zu wissen, wer ihn abnehmen soll!

Unser Havelland ist reich an Landschaftsschutzgebieten. Naturschutzgebiete, FFH-Gebiete, SPA-Gebiete (geschützte Landschaftsbestandteile, Naturdenkmäler), sie haben alle eigene Schutzgebietskategorien, wobei SPA- und FFH-Gebiete zusammen das europaweite, kohärente Schutzgebietssystem NATURA 2000 bilden und eine besondere Bedeutung haben. Alle diese stellen für uns Menschen eine grüne Lunge dar. Mit ihrem Wachstum nehmen sie Umweltgifte auf (CO2), auch die, die unter ihrem Grenzwert aus dem Schornstein kommen (Stickoxide), sie geben einer zahlreichen Pflanzen- und Tierwelt ein Zuhause, die in ganz Europa einzigartig ist. Hier sind Seeadler, Fischadler und in nördlichen Teilen Brandenburgs der Schreiadler heimisch und haben sich in unserer Gegend wieder niedergelassen. Die Brutwelt der Kraniche, die Flächen der Zugvögel, die Vogelschutzgebiete in der Döberitzer Heide sind ein wichtiges Schutzgebiet. Mit einer riesigen beleuchteten Fläche werden die Zugvögel und Brutgebiete gestört. Mit der Erhöhung der Luftfeuchtigkeit wird die Insektenwelt vernichtet. Alle diese empfindlichen ökologischen Systeme sind in Gefahr. Der vorgeschlagene Untersuchungsraum der Investoren beträgt 50 x der Schornsteinhöhe (65m) um den geplanten Kraftwerksstandort = 3.250m!! Somit liegen alle entscheidenden Schutzgebiete außerhalb der Betrachtung! Kann dieser Raum Grundlage einer objektive Umweltverträglichkeitsprüfung sein?

Schon mit dem Ausbau der Havel hat das Wasserstraßen-Neubauamt festgestellt, dass die Havel mit ihren Ufern ein empfindliches Ökosystem darstellt und beim Ausbau darauf geachtet werden muss, die Eingriffe vorsichtig zu tätigen.

Für uns und unsere Kinder wollen wir die Welt erhalten! Auf der Internetseite des Bundesumweltamtes gibt es extra Seiten für Kids. Lehrer können sich hier kostenlos Lehrhilfsmittel herunterladen, um unserem Nachwuchs den Umweltschutz nahe zu bringen. Schaut mal rein und lest unter Wasser, dass das Land Brandenburg zu den wasserarmen Regionen zählt und wir lernen müssen, mit unserem Wasser sparsam umzugehen! Und dann diese Politik??

Habt ihr euch vielleicht auch schon gefragt, warum es ein so riesig dimensioniertes Kraftwerk wird? Die Begründung warum hier ein Kraftwerk her soll war, dass die Stromschwankungen der vorhanden WKAs (Windkraftanlagen) ausgeglichen werden sollen! Bei einer Dimension von 1.200 MW haben wohl noch mehr WKAs auf der Nauener Platte Platz? Für die Schwankungen hätte es auch eine deutliche Nummer kleiner sein können, aber offensichtlich ist hier noch mehr geplant!? Das kann nicht und darf nicht unser Ziel sein! Unser Havelland kann nicht alle Windkraftenergie erzeugen, damit Deutschland in der Welt gut da steht, das muss auf alle Schultern aller Bundesländer verteilt werden!

Seht ihr den Würfel oben auf dem Foto? Der steht zur Zeit auf dem Alex und zeigt, wie viel Volumen eine Tonne CO2 einnimmt. 512 m³ braucht eine Tonne CO2, bei 1,5 Millionen Tonnen sind es 768.000.000 m³. Glaubt ihr immer noch das geht doch nur Wustermark was an? So nach dem Motto in Wustermark herrscht dicke, feuchte Luft?? Wir leben alle hier und wenn wir nicht auf unsere Umwelt aufpassen, wer dann??

Dieses Kraftwerk ersetzt kein altes unmodernes Kraftwerk, dieses Kraftwerk soll zusätzlich produzieren für das europäische Verbundnetz (zusätzlich Strom für 1,5 Mill. Haushalte). Immer wieder produzieren konventionelle Kraftwerke (mit Kohle, Gas) mehr Strom, als am Markt gebraucht. Der Strom aus erneuerbaren Energien(EE) muss mit Vorrang ins Netz eingespeist werden. Das führte schon dazu, dass zum Teil bis zu 47% des Strombedarfs über EE erzeugt wurde. Die Kraftwerksbetreiber zahlen an die Industrie teilweise bis zu 500 € pro MWh, damit sie den Strom abnehmen. D a s b e z a h l e n w i r a l l e m i t! Oder habt ihr schon Geld geboten bekommen, weil der Preis im Keller war?

50 Arbeitsplätze bietet der Investor, Siemens ist Mitbetreiber des geplanten Kraftwerkes, entlässt gerade in Berlin viele 100 Menschen. Werden sich wohl 50 Ingenieure bei Siemens finden, die einen Arbeitsweg von 40 Min. auf sich nehmen, um hier im 4-Schichtsystem zu arbeiten?

Was wenn Salzwasser doch in unser Grundwasser eindringt, was wenn unsere Ökosysteme (FFH und Biotope) Schaden nehmen, was wenn eure Häuser entwertet werden, was wenn dem Kraftwerk dann doch die Betriebserlaubnis entzogen werden muss, was wenn unser Wasser wirklich nicht ausreicht, was wenn noch mehr WKAs gebaut werden??

Wer zahlt dann die Renaturierung, wer lebt dann mit der schlechten Luft und den zunehmenden Atemwegserkrankungen, wer erhält dann keinen Wertausgleich, wer hat dann eine Bauruine, wer zahlt den Abriss, wer lebt mit noch mehr WKAs??…. Der Investor wohl eher nicht!! …

DER zivilisierte MENSCH IST DAS einzige L E B E W E S E N, DASS freiwillig SEINEN LEBENSRAUM ZERSTÖRT, AUS Profitgier ODER AUS Unwissenheit! Lassen wir das nicht zu!! Schützt unsere Umwelt! Bekennt euch mit einem deutlichen NEIN gegen das geplante Kraftwerk!

Eine Woche, die Wustermark so noch nicht erlebt hat!

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen!

Der 1.Mai und die Amtszeit des neuen Bürgermeisters (BM) beginnt. Eine Übergabe hat es wohl immer noch nicht gegeben, obwohl der alte Amtsinhaber es bei der Dallgower Veranstaltung gesagt hatte! Leider sind manche Worte schneller Schall und Rauch, eh sie verklungen sind! Denkt aber nicht, dass wir jetzt aufhören müssen, das Erbe des alten BM würde jeder privat sicher ablehnen! Wir wünschen dem Herrn Schreiber die Kraft und das Durchsetzungsvermögen hinter die Kulissen zu sehen und hoffen, dass die Verwaltungsmitarbeiter, die schon so manchen Bürgermeister überlebt haben, ihn mit ganzer Kraft unterstützen! Es ist unsere Welt, wir dürfen sie gestalten und dafür sorgen, dass unsere Kinder unser Erbe gern annehmen! Damit bin ich beim THEMA!

Danke für eure Teilnahme und euer Engagement an unserer 1. DEMO, ihr wart einfach Klasse. Wir waren laut und deutlich zu hören. Wir sind angetreten, uns nicht mehr auf der Nase herumtanzen zu lassen! Danke liebe Eltern, dass ihr euren Kindern die Möglichkeit gebt, ihre Rechte zu lernen! In der Vorbereitung der DEMO habe ich gelernt, dass das Versammlungsrecht eines der höchsten Rechte der Menschen hier in Deutschland ist! WIR MÜSSEN ES NUTZEN, UM GEHÖRT ZU WERDEN! IHR WART SPITZE! Danke an die zahlreichen netten, freundlichen Polizisten und den Einsatzleiter, der mit viel Kulanz und Wohlwollen aggiert und unsere Veranstaltung gesichert hat. Beim Verabschieden habe ich ihm gesagt, dass wir uns bei der nächsten Demo wiedersehen! So konnte ich ein Schmunzeln auf seinen Lippen sehen, Danke Herr Hohmann! Leider gab es auch ein wenig Schatten, die übermäßige Anwendung von körperlicher Gewalt des Herrn Wolfgang Schröder (wie ich gestern erfuhr evangelischer Pfarrer) gegenüber Kindern und einer behinderten Frau mit Rollator, lassen mich an seiner christlichen Nächstenliebe zweifeln. Mein Bruder meinte nur, dafür gibt es einen Bischof, bei dem solche „Vorbilder“ sicher nicht gut ankommen! Aber weiter ihr Lieben.. Interessierten.. Befürworter.. Mitstreiter..

So kam es dann auch, dass die GV-Veranstaltung (für unsere neuen Leser- GV=Gemeindevertreter) am Mittwoch wieder voll war. Obwohl wir am Eingang des Rathaus gezählt wurden (wie die Schäfchen) und sonst die Tür bei 25 geschlossen werden sollte, gab es diesmal die Möglichkeit, den Raum auszufüllen. So passten gut 70 Menschen hinein und erwarteten die Themen. (Ich freu mich auf eure Kommentare auch zu den anderen Themen!) Erstmals eröffnete Frau Schiller die Versammlung und nahm vorweg, dass Herr Stein leider schwer erkrankt ist. Wir senden ihm Genesungswünsche. Gespannt erwarteten wir den „nächsten“ Vortrag von Herrn Siegmund (Kraftwerksinvestor). Wir Bürger durften leider nur in der Bürgerfragestunde unsere Fragen vorab stellen, haben sie aber schon aufgespart für den nächsten Abend.

Die „Verkaufsveranstaltung“ des Investors, so kam es einigen zumindest vor, wurde dann durch eine angregte Diskussion einiger Gemeindevertreter erweitert (Thema Lärm, Licht in der Nacht, Abstand, Wasserdampf..). Wenn das schon ein kleines Ergebnis der DEMO ist, dass gefragt wird, dann haben wir schon einen klitze kleinen Schritt geschafft! Kritisch Hinterfragen, dass ist es, was wir seit Wochen vermissen! Wir sind gesprächsbereit! Es ist nicht damit getan unsere Umwelt zu lieben, wir müssen auch viel dafür tun, um sie nicht zu zerstören!

Leider kamen dann am nächsten Abend, dem Donnerstag (29.4.2010), nicht viele Gemeindevertreter. Wir hatten einen gut gefüllten Saal, ca. 150 Menschen waren dem Aufruf der Grünen gefolgt. Hier an dieser Stelle möchte ich mich bei den Initiatoren den Grünen herzlich bedanken. Danke an die Moderatorin des rbb M. Ferreira-Erlenbach, -Jemandem ins Wort zu fallen ist so weit ab von meiner Erziehung, das werde ich noch üben müssen!- So gab uns der Abend die Möglichkeit zu zeigen, welche Herangehensweisen wir haben, um dieses Kraftwerksprojetk kritisch zu hinterfragen und abzulehnen. (Wir werden unseren Vortrag noch als Link einstellen, für alle die, die gern gekommen wären, aber aus gesundheitlichen oder anderen wichtigen Gründen leider fern bleiben mussten.)

Wir haben uns und tauschen uns ständig mit Menschen über die verschiedensten Sachthemen aus, die aktiv am Naturschutz und für die Umwelt arbeiten. Haben uns Zusammenhänge erklären lassen von unseren Bauern, die sich mit unseren vor Ort- Wasserverhältnissen am besten auskennen müssen und haben recherchiert und gelesen, gelesen, gelesen und dann diskutiert! Das Wissen zusammengetragen und so sind unsere Ansichten und der Vortrag entstanden! -Übrigens würde man das Kraftwerk an den Nymphensee anschließen bräuchte es nicht einmal 20 Tage und er wäre leer!-

Herr Rainer Baake, von der Organisation Deutsche Umwelthilfe e.V., hat einen interessanten Vortrag darüber gehalten, wie groß in Deutschland der Anteil der Erzeugung von Strom durch „Erneuerbaren Energien“ (EE) schon ist, welche Ziele weiter verfolgt werden und warum wir in Deutschland dazu Gaskraftwerke benötigen. Teilweise war der Anteil der EE so hoch, dass konventionell hergestellter Strom (Kohle-, Atom-, Gaskraftwerke) nicht mehr abgenommen wurde und die Stromhersteller den „Groß“-Abnehmern Geld gezahlt haben, damit sie den Strom abnehmen! Was er aber auch ausdrücklich zu Beginn und zum Ende seines Vortrages sagte war, dass er sich zu dem Standort hier in Wustermark in Bezug auf ein Gaskraftwerk nicht äußern wird. So wie es jetzt in der BRAWO am Sonntag steht, ist es sachlich nicht richtig. Ja, er befürwortet flexible Gaskraftwerke, aber er möchte sich ganz bewusst zu dem Standort Wustermark nicht äußern!

Herr Siegmund war als nächstes auf der Rednerliste. Sein Vortrag war nicht so ausführlich wie sonst und die Verbauchskreisläufe von Gas und Wasser fehlten ganz, die Ansichten zur Betrachtung der Raumuntersuchungen fehlten leider auch (diese Karte werden wir euch gern zur Ansicht einstellen). Aktuell werden die überarbeiteten  Anträge zum Vorhaben an die Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg erstellt und dann abgegeben. Das anschließende Raumordnungsverfahren -kurz ROV- gibt dann allen Menschen hier in den Gemeinden die Möglichkeit, ihren Standpunkt, ihre Bedenken und ihre Kritiken zu äußern! Die angrenzenden Gemeinden werden hier Stellung beziehen müssen, so wie der Bürgermeister von Falkensee. Er hat versucht die Vorteile des Standortes Wustermark hervorzuheben, leider waren diese für mich keine! Wie habt ihr das gesehen? Selbst die Möglichkeit der Gewerbesteuer verpuffte im Raum, als Herr Strehl von den Grünen meinte, dass in der Bundesregierung über die Abschaffung der Gewerbesteuer diskutiert wird und damit dieser Vorteil eher keiner ist.

Der Vortrag unserer BI hat Spaß gemacht und ich hoffe, dass es nicht arg so holprig war. Es ist schon ein Unterschied ein Frage in der GV zu stellen, als vor so vielen Menschen zu stehen.  Euch kann ich nur das Feedback geben,  dass es super war, unsere Meinung so offen vertreten zu dürfen! Wie ich eingangs schon sagte:“ Werter Herr Siegmund würden wir uns heute in der Lausitz befinden und sie würden zu mir sagen, Frau Belter, das Kohlekraftwerk dort drüben werde ich abreißen und ihnen ein modernes Gaskraftwerk hinsetzten!, so wäre ich die erste, die dafür wäre. Aber wir befinden uns nicht in der Lausitz und sie werden dort weder ein Kraftwerk abschalten noch eines abreißen, stattdessen wollen sie in einem Abstand von 420 m hier eines der größten Gas- und Dampfturbinenkraftwerke Deutschlands, wenn nicht Europas, bauen. Wir denken an die globalen Auswirkungen, können aber nicht verstehen, warum der Landkreis Havelland mit seinen Windkraftanlagen für alle Bundesländer die CO2-Ausstößen wegradieren soll. Solch ein riesiges Umweltprojekt muss auf alle Schultern im Land verteilt werden!

Die Menschen zum Nachdenken anzuregen ist unser Ziel und wenn ihr dann noch unseren Argumenten folgen könnt, ladet euch den BI-Antrag runter und macht mit. So werden unsere Bürgermeister und Gemeindevertreter in den umliegenden Gemeinden hören, was wir wollen! Die Bilder in unserem Vortrag sind eine Darstellung, wie ein solches Kraftwerk dort aussehen könnte. Die Darstellung der Ansicht aus unserer Perspektive von der Zeestower Straße war nicht aufmunternd. Aber aufmunternd genug, um zu wissen, wofür wir kämpfen!

In der Diskussionsrunde wurden viele Fragen gestellt!

-nach der Finanzsicherheit des Investors, -nach vergleichbaren Referenzobjekten (die es nicht gibt, da ein solches Kraftwerk noch nicht gebaut wurde), -wie viele Kraftwerke die Advanced Power schon errichtet hat (2 im Bau und keines in Betrieb), -was wenn es gebaut werden würde und sich die Wasserproblematik bewahrheitet (würde die Genehmigung entzogen werden), ggf. umgebaut zur Luftkühlung, die aber für den Standort Wustermark zu laut ist!  -wer würde die Bauruine entfernen (der Investor nicht), -spaßenshalber fragte dann jemand, ob das dann das 2. Tropical-Iland wäre, -wohin der Strom verkauft würde, da in Deutschland solche eine zusätzliche Kapazität nicht mehr benötigt wird (soll ins europäische Verbundnetz eingespeist werden), wurde den Industrien tatsächlich schon Gelder gezahlt, damit sie Strom abnehmen (Ja, da so viele Überkapazitäten vorhanden waren), Strom aus Erneuerbarer Energieerzeugung muss im Vorrang in die Netze eingespeist werden (Ja),  -warum im Havelland alle Windkraftanlagen stehen und nicht alle Bundesländer mitmachen (hier sollte eine andere Politik gefordert werden, wir sind aufgefordert mitzumachen), -ob sich der Investor nicht schon gewundert hat, dass trotz seiner transparenten Information die Mitgliederzahl der BI weiter steigt, bei 1000m³ Wasserverbrauch pro Stunde und 250m³ Wasserrückführung müssen die 750 m³ Differenz ja in die Luft geblasen werden (Ja, aber sie sind dann nicht so sichtbar) -wie ein Schweizer Unternehmen nach Wustermark kam…. Eine der letzten Fragen an Herrn Baake gerichtet war es, „..was könne wir jetzt tun?“  und seine Antwort -…die Bauleitrichtlinien für das Grundstück werden von der Gemeinde erarbeitet, es liegt in deren Händen, ob das Kraftwerk darauf gebaut werden kann oder nicht, wenn die Kriterien der Bauleitplanung nicht dem Kraftwerk entspricht, dann ist diese Fläche ungeeignet und ein Investor hätte dann Pech gehabt! Das nenne ich einen Wegweiser!

Helft uns und tragt mit uns gemeinsam die Fragen und Antworten zusammen, damit wir den Informationsbrief für Mai 2010 zusammenstellen können, um alle Mitglieder wieder über Aktuelles zu unterrichten.

Danke für euer Interesse und genießt die schönen Sonnenstunden, wir werden uns gemeinsam darum kümmern, dass keine Wasserdampfschwaden unseren Himmel vernebeln. Mit dampffreien Grüßen in den neuen Monat!

Frohe Ostern, oder der Blick aus der Hasenperspektive!

Bevor wir hier einen kurzen zusammenfassenden Überblick geben, eine kurze Information an alle Interessierten.

Unsere Bürgerinitiative hat jetzt mehr als 600 Mitglieder aus den Gemeinden/ Ortsteilen Wustermark, Dyrotz, Priort, Elstal, Buchow-Karpzow, Hoppenrade, Brieselang, Zeestow, Bredow, Falkensee, Dallgow-Döberitz und täglich füllt sich mein Briefkasten mit euren Beitrittserklärungen. Danke für eure Initiative, danke für eure Solidarität, ich bin froh in einer Zeit zu leben, in der unsere Umwelt  nicht vor der Hauseingangstür aufhört.

Zum aktuellen Geschehen: Wir hatten am 25.März 2010 das zweifelhafte Vergnügen mit dem Investor des geplanten GuD-Kraftwerkes (i.V. Herr Siegmund) und dem noch amtierenden Bürgermeister Hr. Drees aus Wustermark, in Dallgow zu diskutieren. (Warum in Dallgow? Der Bürgermeister von Dallgow wollte seine Gemeinde informieren!) Wir haben ja schon des öfteren die Vorträge hören dürfen. Es ist erstaunlich wie sich die Folien auf dem Laptop verändern, die dann den alten Vortrag ergänzen oder negieren . So finden sich immer neue Fakten, wo wir feststellen, dass im Vorfeld nicht die Wahrheit gesagt wurde. Machen wir es an einigen Beispielen fest:

– Unsere stetige Fragen (in jeder Veranstaltung):

1)Zahlt der Investor des Kraftwerkes an die Gemeinde Wustermark Geld? Ihre Antwort bisher immer NEIN! Am Donnerstag in Dallgow kam es dann auf diese erneute Frage zu einer anderen Antwort! JA, für die Kaufoption zahlt der Investor Geld an die Gemeinde Wustermark! Wieviel wurde nicht gesagt!

2)Gibt es Gelder die die Gemeinde Wustermark an den Investor zurück zahlen muss, sollten sich die Gemeindevertreter gegen das Projekt entscheiden (nach Prüfung des Projektes)? Bisherige Antwort NEIN! Und nun, JA die Gelder für die Kaufoption sind dann zurückzuerstatten.(Wieviel wird nicht gesagt, bringt es jetzt die Gemeindevertreter in die Zwickmühle?)

3)Gibt es übergordnete Interessen, als die der Gemeinde Wustermark? Bisherige Antwort NEIN. Und nun steht auf den Folien des Investors eine Abkürzung die da heißt LEP B-B!!!!! Landesentwicklungsplanung Berlin-Brandenburg. WAS IST DAS?

-Wir haben mal nachgeforscht und sind schockiert. Schon in 2007 wurde eine Netz-Studie der Uni Cottbus fertiggestellt, wo es zusammenfassend darum geht, wie „man“ das Land Brandenburg zum Export“weltmeister“ für die Stromerzeugung entwickeln kann. Das hat nichts mit den Menschen in Brandenburg zu tun, nur mit der Flächenentwicklung, ohne Rücksicht auf die Wohnbebauung. Hier soll, in Verbindung mit Windkraft, Photovoltaik und einem schlussendlich großen Hybridkraftwerk, eine große Einspeisung in ein großes Verbundnetz (europaweit) mit der größtmöglichen Energiegewinnung entwickelt werden. Ist also das Land Brandenburg an seinen Menschen nicht mehr interessiert? Es hat den Anschein. Was unsere Strompreis noch stabil unten hält ist ein Grund, der mag euch jetzt verwundern, das sind die Atomkraftwerke, die noch nicht abgeschalten sind und das ärgert einige Leute sehr. Als ich dies las, wollte ich es nicht glauben. Aber es ist so. Wenn ich wieder daheim bin, bin gerade in der Schweiz (5km entfernt von einem Atomkraftwerk), stelle ich euch gern diese Studie ins Netz. Jetzt kann man sich ja sagen, hallo -Moment mal- jede Gemeinde hat ja einen eigenen Flächennutzungsplan, uns kann ja nichts passieren. JA, das wäre schön, aber in der Hierarchie steht der LEP B-B über den Gemeindeflächennutzungsplänen. Also war die Antwort auch nicht richtig, dass Wustermark eher zufällig gefunden wurde, hier drehen ganz andere Kräfte (politische-lobbyistische)!! Ich dachte immer in Italien ist das schlimm, wie die Bevölkerung verarscht (sorry) wird, aber NEIN, bei uns funktioniert das genauso!!!! Man nehme eine finanziell stark angeschlagene Gemeinde und setze ihnen eine Laus in den Pelz..!

Weitere aktive Diskussionpunkte waren und sind u.a.:

zum Thema des Wasserhaushaltes, 1.000.000 l pro Stunde als Kühlwasser sind keine Kleinigkeit und davon soll im Sommer die Hälfte aus dem Grundwasser entnommen werden, Gefahr der Versalzung unseres Grundwasser

Wasserdampf: wenn die Hälfte des genutzten Kühlwassers in den Havelkanal zurückgeführt wird (lt. Investor mit der Temperatur die der Umgebung entspricht!), dann muss die ander Hälfte ja in die Luft und hier soll die Physik nicht funktionieren und kein Wasserdampf entstehen???  Schaut man sich aktuelle Kraftwerke an, dann sind die Wasserdampfschwaden weithin sichtbar. DAS IST PHYSIK!

zur Thematik der angrenzenden Wohnbebauung (wäre alles innerhalb der Richtlinien (Anwort des Investors)- Abstandsrichtlinien von Industrieanlagen zur Wohnbebauung 1.500m) die nächsten Bewohner wohnen 420m entfernt, dann 900m für Wustermark und Dyrotz, dann 1000 m für Zeestow usw.

Thematik der Kraft-Wärme-Kopplung, die nicht gewünscht wird lt. Antragskonferenz vom 3.März 2010 (stand jetzt da, es werden Interessenten gesucht)- tja dann ist es halt so dass es nicht gemacht werden kann, weil ja KEINER will!

Thematik Lärmbelastung: Schon durch die Autobahn, die B5 und durch die Bahn (die hier einen Zugverkehr von ca. 60.000 Zügen hat) ist der zu ertragende Lärmpegel schon erreicht, wenn also eine weitere Lärmquelle hinzukommt (lt Auskunft des Investors am Ort 89 dB), dann kann die Summierung die Lebensqualität der Menschen nur verschlechtern und dass Lärm krank macht, ist bekannt!

ANTWORT des Herrn F. Siegmund: Wir können uns hier auf die Ingenieure verlassen, die für die Zulassung zuständig sind, die hier sagen, dass keine Gefahren bestehen! (LIEBER HERR SIEGMUND, MEINEN SIE DIE INGENIEURE, DIE HIER DIE ERLAUBNIS FÜR TAUSENDE WINDKRAFTANLAGEN GEBEN, DIE HIER EINER FLÄCHENNUTZUNG ZUSTIMMEN, DIE IN GANZ EUROPA KEIN ZWEITES MAL STATTFINDET, DIE IN DER NÄHE VON WOHNBEBAUUNG UND KRAFTWERKSPLANUNG DIE VERPRESSUNG VON CO2 ERLAUBEN, SIND DAS DIE INGENEURE, DENEN ES EGAL IST; OB DAMIT DIE UMWELT, DIE VOGEL- UND PFLANZENWELT GESTÖRT WIRD, DIE FÜR GEWERBE GESCHÜTZTE TIERARTEN VON FLÄCHEN SAMMELN LASSEN, DAMIT KEIN SCHÜTZENSWERTES LEBENWESEN GEFUNDEN WIRD??????????? DENEN SOLLEN WIR VERTRAUEN, DASS HIER UNSER GRUND7TRINKWASSER NICHT IN GEFAHR IST, DAS ALLE GRENZWERTE UNSER LEBEN NICHT VERSCHLECHTERN? Ich glaube schon lange nicht mehr an Märchen! Aber an die Macht des Kapitals und an die Profitgier der großen Konzerne und an die, die auch als Politiker von solchen Machenschaften partizipieren! Sie verkaufen uns!

Frage an den noch amtierenden Bürgermeister Hr. Drees; Wie war und ist das Stimmenverhältnis in der Gemeindevertretung Wustermark? Nachdem er mit viel Polemik nicht von dieser Frage ablenken konnte, bat der Fragende doch darum ,seine Frage zu beantworten. Schade dass leider kein Gemeindevertreter(GV) von Wustermark anwesend war, sonst wären hier die tatsächlichen Diskussionsgrundlagen für die Entscheidung der GVs auf den Tisch gekommen.

Thematik der Grundstücksentwertung: die meisten Hausbesitzer haben kaum in BAR bezahlt, das heißt sie zahlen noch in den nächsten 20-30 Jahren Gelder an die Banken, die ihre Höfe nicht mehr annähernd an Wert haben; es ist zu überlegen, sollte tatsächlich hier ein Bau nicht zu verhindern sein, dann sollte eine Neubewertung der Grundstücke stattfinden und damit eine Neubewertung der Grundsteuer, was dann auch zur Verringerung der Einnahmen der Gemeinden führt (es sein denn sie setzten dann einfach den Prozentsatz hoch!!) Würde uns das wundern????

Thematik der VISUALISIERUNG! Schon den Bewohnern der Zeestower Straße wurde versprochen, ihnen zu zeigen, wie das Kraftwerk auf der Wustermarker Fläche aussieht (lt. Antragskonferenz vom 3.März 2010 ist eine Visualisierung noch nicht vorgesehen) Auf die erneute Frage der Darstellung wurde wieder versprochen, es von allen eingezeichneten Sichtachsen (angebotener Sichtbereich des Investors von unterschiedlichen Standorten) zu tun! Nur wann wurde nicht gesagt!

Ich kann nur an alle Entscheidungsträger der Gemeinden appellieren, hier für ihre Bürger zu entscheiden und daran zu denken, von wem sie gewählt wurden. Sie sind die gwählten VOLKSVERTRETER und wie unsere deutsche Sprache sagte, das Volk vertreten gegenüber denen, die Interesse haben hier Schaden anzurichten!!!

LIEBE ENTSCHEIDUNGTRÄGER, BITTE BESINNT EUCH, ES IST VERNÜNFTIGER HIER DIE FLÄCHEN DURCH EINE GESUNDE VERMARKTUNG ZU BESETZEN, ALS MIT ACH UND KRACH DIE EIGENEN MENSCHEN ZU VERKAUFEN! SCHAUT ÜBER DEN TELLERRAND UND ERWEITERT DEN HORIZONT!