Zeitungsnachlese… und Gedanken

Es ist doch wirklich erstaunlich, was alles in den Zeitungen und online geschrieben wurde. (Plus der unqualifizierten unwissenden Kommentatoren)

Das entscheidendste dabei ist, dass wir hier von einer demoktratischen Entscheidung sprechen. Kein Gemeindevertreter hat es sich leicht gemacht und wer glaubt mit den unangebracht dummen Kommentaren alle Fakten der letzten 2 Jahre zu verleugnen, hat nichts begriffen.

Auch wenn die Entscheidung knapp war, so sollten wir eines nicht vergessen, in der ersten „nichtöffentlichen“ Sitzung in der der Ex-Bürgermeister die Gemeindevertreter im März 2009 überrumpelte, hatte sich die Mehrheit der GVs dafür (wofür wussten sie noch nicht einmal) ausgesprochen, unter der Bedingung, dass sie zu jedem Zeitpunkt der Planung NEIN sagen könnten.

Nachdem jetzt nach 3 Jahren alle Fakten auf dem Tisch gelegen haben und fest stand, dass es kein Geld für die Gemeinde geben wird und dass mit diesem GUD- Kraftwerk ganz sicher kein Atomkraftwerk ersetzt wird, dass es trotzdem ein weiteres Kohlekraftwerk in Jänschwalde geben soll, dass es wieder zig 100 Menschen in der Lausitz treffen wird, die ihre Höfe verlassen müssen, um der Kohle zu weichen, dass es keine Geldgeber für ein unrentables Projekt geben wird (wer hat schon was zu verschenken? Auch Siemens nicht und die Gasturbine H8000 verkauft sich auch ohne Referenzkraftwerk fantastisch) haben die Gemeindevertreter Stellung bezogen.

Keiner hat gekniffen und sich krank gemeldet und keiner hat es sich leicht gemacht und sich enthalten, ganz im Gegenteil jeder ist mit sich zu Rate gegangen und hat alle Fakten in die Waagschale gelegt. 10 Gemeindevertreter sagten NEIN und 9 Gemeindevertreter sagten JA.

Herr Bank konnte in der Bürgerfragestunde einem Anwesenden nur Zustimmen, dass dieses gigantische Projekt eher in die Lausitz gehöre, als dass dort ein weiteres Kohlekraftwerk errichtet würde. Aber die Investoren würde sich die Orte aussuchen an denen sie ein Gaskraftwerk bauen wollten.Wenn ich daran denke mit wie viel politischer Einflussnahme hier von Land und Landkreis und IHK versucht wurde Druck auszuüben, dann verwundert es mich doch sehr, dass hier nicht auch auf Standorte mit allen vernüftigen Spielregeln Einfluss genommen wurde. Was ich glaube, dass so nicht richtig sein kann ist, dass ein Investor Prognosen zu seinem Projekt abgibt zu Lärm, Schadstoffimmissionen, Verschattung, Belastung für Flora, Fauna, Habitat -…. und diese Vermutungen ausschließlich diese Annahmen genommen werden, um das Projekt auf seine Raumverträglichkeit zu untersuchen.

Hier muss aus meiner Sicht mehr Kompetenz ins Spiel. Aber die Stellungnahmen von Nachbargemeinden, Bevölkerung, Naturschutzverbäden wurden eher weniger beachtet. Es hat im Nachhinein den Eindruck, dass eine Gemeinde Wustermark einem angeblichen Gemeinwohl geopfert werden sollte. Die haben es sich schon in 2003 mit dem GVZ West gefalllen lassen und mit Hilfe eines ehemaligen BM, der allem Anschein nach eher Herrscher sein wollte, würde man dies auch wieder hinbekommen.

Aber wir Menschen hier vor Ort haben gelernt und sind in den letzten 20 Jahren wachsamer geworden.

Mit der Abwahl des BM im Februar 2010 und der Neuwahl des Herrn Schreiber hatten wir Menschen hier überhaupt erst die Möglichkeit umfassend informiert zu werden und  bekamen eine reale Chance uns zu wehren. Danke Herr Schreiber, dass ihre Wahlversprechen kein leeres Politikergerede waren und danke, dass sie den Menschen deutlich gemacht haben, dass sie ihren Job verantwortungsvoll und hingebungsvoll und sehr erfolgreich (Verschuldung heute ca. 16,5 Mill. € gegenüber 2009 von 22 Mio. €) machen. Chapeau!

Ein Absage an alle Motzer, die es nicht mal für nötig erachtet haben sich mit den Fakten auseinander zu setzen, statt dessen nur pöbeln und nicht über den energetischen Tellerrand schauen können. Danke Herr Adrian, danke Herr Seibt, danke Herr Kunze, danke Herr Vogt, danke Herr Rettke, danke Frau Rosenkranz-Lange, danke Herr Mende, danke Herr Kreuels, danke Herr Schreiber, danke Herr Tybussek sie haben unsere Heime und unsere Familien nicht dem Ausverkauf Preis gegeben. Wir sind eine grüne Gegend und es macht als Familie mit Kindern Spaß hier zu leben.

Kleine mittelständische Unternehmen haben hier Platz und können sich ansiedeln im Einklang mit Natur und Mensch.

Unsere Gemeinden vor den Toren der Hauptstadt haben eine hervorragende Infrastruktur, um hier zu Leben, Grundschulen, Kitas, Oberschulen, Gymnasien und Einkaufsmöglichkeiten in großen Stil stehen den Menschen zur Verfügung. Moderate Grundstückspreise lassen den Traum vom Haus im Grünen noch wahr werden.

Wir leben hier gern und werden sehr aufmerksam sein. Im  nächsten Jahr sind Wahlen und ich hoffe, dass die Menschen nicht vergessen, wem sie vertrauen können!

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6 Antworten

  1. Hallo Herr Jahnke,

    1.) bei Ihrer Rechnung fehlt der durch den Verkauf von Strom zu erzielende Preis, welcher sich dann wieder positiv auf die Bilanz auswirkt. Daher stimmt Ihre Rechnung nicht.

    2.) Wind und Solar schön und gut: Dann aber bitte auch für einen Trassenausbau sein. Sonst bringen die schönen Windräder (die nachts so schön rot blinken) und die Solaranlagen (welche in der Sonne so schön silbern glänzen) nämlich gar nichts.
    Übrigens müssen auch für diese KW-Arten konventionelle Kapazitäten als Reserve bereit gehalten werden. Wenn also Brandenburg 60% aus erneuerbaren Energien erzeugt sind hierfür ca. 50% als Reserve konventionell bereit zu halten (soll ja vorkommen, daß es keinen Wind gibt und manchmal auch die Sonne nicht scheint)

    Gruss
    Hans

  2. Tja Herr T. Kaperlowski,

    …tut mir ja leid für Sie, aber dann haben Sie immer noch nicht verstanden wofür sich die BI und die Bürger mit Ihren Vertretern hier eingesetzt haben:
    moderne Gaskraftwerke sind toll als Übergangslösung, aber in kleiner Form, dezentral, da wo der Strom gebraucht wird und unter Einhaltung aller Vorschriften (auch Mindestabstand zur Wohnbebauung=Lebensraum von „Menschen“) und Planung mit den betroffenen Bürgern „zusammen“!
    “ und by the way: wir in Brandenburg haben eine mindestens 60%-Überkapazität an Strom!“

    …jetzt verstanden?

    Schönes Wochenende

    • ich glaube ,er hats nicht verstanden,er redet und schreibt wie unsere Politiker,die von der Stromlobby bezahlt werden.
      Angst machen,dass uns das Licht ausgeht.
      Leider gibts von dieser Sorte Mensc zu viele.

  3. Ja da haben wir es wieder. Wieder kein neues Kraftwerk in Deutschland. Wieviele wurden in den letzten Jahren durch Bürgerentscheide etc. abgelehnt und somit nicht gebaut?
    Wir müssen langsam mal darüber nachdenken wo in Zukunft der immer mehr benötigte Strom herkommen soll, etwa aus den veralteten Kraftwerken die noch im Betrieb sind?
    Auch ich wohne in der Nähe eines Tagebaus und Kraftwerk. Eins ist mir aber bewusst, das wir auf Dauer mit Ablehnungen zum Bau neuer Kraftwerke nicht weiterkommen.
    Viele haben es auf die Fahne geschrieben NEIN zum Kraftwerksbau. Bitte schön, wir schalten Atommeiler ab, wir möchten keine Windkrafträder weil die so in der Natur stehen, wir möchten keine neuen Stromtrassen und und und.
    Aber wir alle wollen Strom. Bitte schön, verneint alles und dann kaufen wir irgendwann mal alle Kerzen. Die Produktion dieser braucht aber auch Strom 😉
    Jeder sollte sich der Verantwortung bewusst sein, das wenn auch die Nachbarländer langsam auf den Trichter kommen einen Teil ihre Atomkraftwerke abschalten, dann wird es auch eng. Ich bin auch nicht für die Atommeiler, aber wir brauchen Strom……………
    Denkt alle mal darüber nach. Keiner will darauf verzichten.
    Schönen Gruß

    • Sehr geehrter Herr Kaperlowski, sie haben vollkommen Recht, dass diese Problematiken zu lösen sind und die gesamte Energiestruktur, neben dem Netzausbau, eine große Lösung benötigt. Wir haben von Beginn an gesagt, dass wir nicht gegen Gaskraftwerke sind. Das möchte ich nochmals deutlich machen. Wir haben nur etwas gegen die Heuschreckeninvestoren die sich verarmte Gemeinden aussuchen und der Meinung sind gigantische überdimensionierte Gaskraftwerke an Stellen zu setzen, wo die Netze schon voll sind, wo die Abwärme keine Abnehmer hat und damit die Umwelt überbelastet wird und Geldgeschenke versprochen werden, die man dann städtebauliche Verträge nennt, die dann sozusagen Süßstoff für das bitter Getränk sein sollen. Es gab vor kurzem eine super Sendung auf WDR „Quarks und Co“, wir haben diese auf DVD, wo deutlich u.a. wissenschaftlich dargestellt, wie eine wirkliche Energeiwende funktionieren könnte. Es gibt von Nord (wo 70 % an Überkapazitätn an Strom produziert werden) nach Süd (denn im Süden Deutschlands wird der Strom in den Industrien gebraucht) nur 3 große Trassen um den vieen Strom zu transportieren. Ab 400 km sind die Übertragungsverluste so groß, dass auch die auf einen Wirkungsgrad eines KW hinzugerechnet werden muss, nebst der weiten Anleitung von z.B. russischem Erdgas. Aber Norwegen macht es vor, gemeinsam mit den Menschen für die Menschen erdverkabelt und im Interesse von Allen wird eine sinnvolle Energeipolitik betrieben. HIer bei uns in Deutschland geht das nicht. Da gibt es Interessen von Lobbyisten, die von Politikern vertreten werden, ob es Sinn macht oder nicht. Was schön in der Sendung ausgeführt wurde, ist die Verteilung von kleinen intelligenten dezentralen GAskraftwerken, die mit einer max-Leistung von 400 MW gut in der Lage sind, die Schwankungen in ihrem regionalen Bereich aufzufangen und zu regulieren. Aber hier wurde versucht mit einer Lobby ein Kraftwerk an eine Stelle zu setzen, die in einem Kaltluftentstehungsgebiet liegt und die Frischluftzufuhr der Großstadt Berlin sichert. Dieses Kraftwerk hätte eine Abwärmemenge von 800 MW gehabt, ohne dass diese Wärme einer Nutzung zugefügt werden könnte. Eine Reduzierung der Größe des Projektes und eine Standortauswahl verschiedenster Art wurde vom Investor nicht vorgenommen. Das GVZ West – Wustermark gehört zu den 3 Logistikzentren, Großbeeren, Freienbrink, die geschaffen wurden, um den großen Speditionsverkehr aus Berlin heraus zu nehmen und trotzdem die Versorgung zu realisieren. Die besagte Fläche liegt neben einem Hafen und hat die Möglichkeit eine Anbindung an einen Rangierbahnhof zu haben, was, da werden sie mir sicher zustimmen, eher für die Logistik „Runter von Straße rauf auf Schiff und Schiene“ spricht. Damit würden 1000sende Tonnen an CO2 eingespart werden. Um mal nicht zu vergessen, dass diese vorgesehene Fläche ein noch vor 5 Jahren ein Niedermoor war, dass systematisch zerstört wurde und gerade um die Anwohner vor dem zugenommenen Gewerbelärm zu schützen, Ausgleichsfläche seit 2003 war und bepflanzt und geschützt werden sollte. In Mitten befindet sich ein deutschlandweit einzigartiges Bodendenkmal aus der Zeit 1300 vor Christie, dass mit diesem Kraftwerk auch sicher zum Teil zerstört worden wäre.
      Das warauf wir aufmerksam machen wollen ist, dass die Energiewende nicht mit den nächsten gigantischen Großkraftwerken zu schaffen ist, sondern mit intelligenter Vernetzung von EE und vorhandenen Kraftwerken (Effizienz) vor allem mit der Entwicklung von Speicherkraftwerken, um die zig 1000 MW an Leistung der EE, die bisher ungebraucht verpuffen, zu speichern. Gerade in der Nähe eines Tagesbaues müssten sie doch über Effizienz nachdenken, über Sinnhaftigkeit von Investitionen und was wird aus ihrer Region ohne die Kohle. Es gibt schon die Möglichkeit Kohle zu vergasen und dann erst zu verbrennen, um mur ein Bsp. von Effizienz zu nennen. (Eine Verfahrenstechnik entwickelt von Siemens.) Mit freundlichem Gruß M.Belter

    • Lieber Herr Kapalowski,
      das Gaskraftwerk in Wustermark ist gescheitert, weil es die Mehrheit der Gemeindevertreter nicht wollte. Die einzelnen Details, die gegen den Standort sprachen sind bekannt bzw. nachlesbar.

      Allerdings gibt es noch einen ganz anderen Aspekt, einen finanzpolitischen.
      Hier (http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/produkte/KleineStatistik/AP_KleineStatistik_DE_2011_BB.pdf) kann man auf Seite 20 nachlesen, daß das land Brandenburg im Jahr 2010 Waren im Wert von 12,2283 Mrd. EUR ausgeführt hat. Eingeführt wurden dagegen Waren im Wert von 14,5120 Mrd. EUR. Macht also ein Minus von schlappen 2,3 Mrd. EUR!
      Jetzt schauen wir uns mal die geplanten Gaskraftwerke (1.200 MW in Wustermark und 400 MW in Premnitz) an.
      1.600 MW * 6000 Stunden/Jahr / 60 % Wirkungsgrad * 40 EUR/MWh = 640 Mio. EUR.
      Im Klartext: Pro Jahr müsste für 0,64 Mrd. EUR Erdgas aus Russland gekauft werden. Und diese 0,64 Mrd. EUR würden wir alle über den Strompreis bezahlen.
      ABER: Das Erdgas wird hier verbrannt und ist futsch, die 0,64 Mrd. EUR sind dagegen in Russland.
      Und wenn man jetzt wieder auf Seite 20 die Statistik anschaut, sieht man, dass Brandenburg nach Russland kaum Waren ausführt, aber bereits jetzt für 4,4048 Mrd. Waren (wahrscheinlich Rohstoffe) einkauft.

      Aus dem Defizit von 2,3 Mrd. EUR würden also zukünftig 2,94 Mrd. EUR.
      Schlimm, schlimm! Ein Land, welches dauerhaft mehr einkauft als es einnimmt, wird irgendwann mal pleite sein – Beispiele in der jüngsten Geschichte in Europa gibt es da genug.
      (Würde Brandenburg die Rohstoffeinfuhr aus Russland halbieren, hätten wir eine ausgeglichene Bilanz!)

      Also wird aus der energiepolitischen Entscheidung ganz schnell eine finanzpolitische Entscheidung. Und die lautet schlicht und ergreifend: Wenn wir unsere eigene Kohle verbrennen, bleibt unser Geld im Land.

      Diese Überlegung könnte den Herrn Christoffers auch zu seiner Äußerung bewogen haben, die letztlich zum Scheitern des Gaskraftwerkprojekts geführt hat.

      Ich möchte damit nicht die Entscheidung der lokalen Gemeindevertreter schmälern. Ich habe großen Respekt – vor allem vor dem Bürgermeister Herrn Schreiber.
      Lokal war die Entscheidung 100% in Ordnung.

      Global dürfte aber auch die Landesregierung – zumindest aus finanzpolitischer Sicht – zufrieden sein. Ob und wie die Landesregierung ein Festhalten an der Braunkohleverstromung erklärt, bleibt ihr überlassen.
      Rohstoffunabhängig werden wir im Energiebereich auf jeden Fall nur durch den massiven Ausbau der erneuerbaren Energien: Wind + Solar.

      MfG

      P.S.: Ich hoffe, daß ich mich verständlich ausgedrückt habe?

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