Happy birthday und ein wenig mehr

Heute am 10.Dezember 2011 haben wir unseren 2. Geburtstag.

Das was es zu feiern gibt ist, dass wir Menschen über die Gemeindegrenzen hinaus gemeinsam gegen Politikerwillkür zusammenstehen. Wir gemeinsam für unsere Umwelt, für unsere Natur und für unsere Heimat da sind. Die Gemeindevertreter noch nicht über den Bebauungsplan abgestimmt haben und es bisher immer noch ein NEIN als Antwort geben kann!

Gestern bin ich gefragt worden was für mich das Leben im Havelland ausmacht, was für mich Heimat ist.

Ich bin im Havelland geboren, dazu hatte ich nicht viel beizutragen, es war eher die Entscheidung meine Familie (Großeltern, Eltern), aber ich fühle mich hier heimisch und empfinde das Havelland als meine Heimat. Es schmerzt mich zu sehen, wie die einstige Obstplanatage Ostdeutschlands kaputt gemacht wird, die Landwirtschaft vernichtet, Bauern ihrer Ackerflächen zu Gunsten der Industrie beraubt und der grüne Lebensraum für uns Menschen zerstört wird.

Wir prangern das Abholzen der Urwälder Brasiliens an und schaut man sich bei uns um, frage ich mich: „Sind wir denn besser? Gehen wir mit unserer Natur besser um? Interessiert es uns, dass die Niederlande und Bangladesch, wobei Bangladesch als eins der ärmsten Länder der Welt, bei einem weiteren Ansteigen des Meerespiegel im Meer versinken werden?“

Mich interessiert es und es bereit mir Sorgen! Wenn ich lese, mit welcher Leichtigkeit unsere Landesregierung mit den gestellten Klimazielen umgeht und jetzt unter dem Deckmantel von Versorgungssicherheit und Preissteigerungsängsten alles über Bord wirft, dann kann ich dazu nur mit dem Kopf schütteln. Sie stehen mit erhobenem Zeigefinger da und zeigen auf China und die USA, aber selber? Wenn sich jeder an seine eigene Nase fassen würde, statt immer nur über andere zu urteilen, würden wir einen großen Schritt weiterkommen.

Haben wir denn gedacht wir bekommen eine neue Natur kostenlos geschenkt? Der Raubbau, der seit Jahren betrieben wird zeigt sich in der Natur. Jeden Tag sterben auf unserer Erde zig Tierarten aus, hunderte von Pflanzenarten verschwinden, viele Tiere sind vom Aussterben bedroht und wir machen weiter — WIR SIND DIE GRÖßTEN –!!

Das Landesumweltamt hat zu dem hier geplanten Kraftwerksprojekt gerade zum Artenschutz eine deutliche Meinung vertreten und schon stellen die Planer einige -Außnahme-Anträge, damit wir den Flußregenpfeier und die Nachtigall, die Feldlerche, Stieglitz und Co doch noch vernichten dürfen. Mein GOTT es sind doch nur wenige, nun habt euch mal nicht so, he -SCh… auf die rote Liste, andere machen das ja auch -NA UND!!-

Es stellt sich für mich immer mehr die Frage, was soll das?

Als geplante Ausgleichsfläche für das GVZ sollte sie mal begrünt werden und jetzt? Ein einzigartiges Bodendenkmal aus der Zeit 1300 vor Christus wird „notwendiger Weise“ zerstört, entweder im Ganzen und nur zu Teilen, wie es passt. Dazu wurde von der Denkmalschutzbehörde schon im Vorfeld grünes Licht gegeben. Entscheidungen von vor 17 Jahren werden nicht in Frage gestellt! Fetter gesunder Acker wird nicht mehr für die Nahrungsmittelherstellung zur Verfügung stehen, wir brauchen ja nichts zu Essen, es gibt ja riesige Gewächshäuser in Holland (Hauptsache wir bekommen das mit dem Meeresspiegel hin), was wollen wir denn noch mit eigenen Bauern! Wir bauen Kraftwerke in Brandenburg, weil die Industrie in Süddeutschland Strom braucht und vergessen dabei, dass auf dem Weg dorthin die Übertragungsverluste imens sind!Aber Siemens braucht ein Referenzkraftwerk in der Nähe von Berlin und stellt jetzt sogar dieForderung an die Politik auf Förderung zum Bauen gigantischer Kraftwerke, sonst wird es nicht wirtschaftlich.

Die Sielmannstiftung kann sich nicht allein finanzieren, vom Land wird der Geldhahn zugedreht, warum sollte sich denn unser Land auch Gedanken über den Naturschutz machen?

Wir sind doch viel cleverer, das machen wir über die Industriebebauung.  Gebe ich doch somit den Investoren der Industrie die Möglichkeit Geld loszuwerden, ein Alibi zu haben! Der Naturschutz bedankt sich und nickt zu einem gigantischen unnützem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk.

Hurra wir bekommen 15 ha Offenlandpflege in der Döberitzer Heide bezahlt, WOW. Bei einer Fläche von 3442 ha ein Tropfen auf den heißen Stein.Finden wir nicht noch rund um die Döberitzer Heide Flächen, die wir mit Industriebebauung bedecken können. Je 20 ha Industriebebauung 15 ha Pflege für die Döberitzer Heide. Somit stehen dann gut aufgerundet 230 x 20 ha für die Industrie zur Verfügung, sind mal eben in qm 46.000.000. Na wenn das nicht Fortschritt ist! Das wird sich doch wohl machen lassen. Seit mal nicht so kleinlich.

Wir brauchen dann nur noch die Hinweisschilder z.B. für unsere vom Aussterben bedrohten Vögel, wo dann darauf steht:

ZU DEN BRUTPLÄTZEN UND LEBENSRÄUMEN BITTE DEN HINWEISSCHILDERN FOLGEN!

Hier würde draufstehen können: BITTE DER B5 IM VERLAUF FOLGEN, AN KARLS- ERDBEERHOF VORBEI, DIE SOLARFLÄCHEN LINKS LIEGEN LASSEN UND DANN NOCH 2000 m gen SÜDEN! SIE HABEN IHRE AUSGLEICHSFLÄCHEN ZUM NISTEN UND BRÜTEN ERREICHT. DIVERSE TÜMPEL UND FEUCHTWIESEN BITTE AUS IHREM BEDARF STREICHEN UND BITTE IN DER ART MUTIEREN, SO PASSEN SIE SICH DEN GEGEBENHEITEN DIE DER MENSCH ZULÄSST BESSER AN! (Nur noch lesen beibringen, das machen dann die Vögelpflüsterer.)

Für mich stellt sich eine Frage: Wenn mit Geld alle Richtlinien zu umgehen sind, warum gibt es dann überhaupt feste Richtlinien im Umwelt-, Arten- und Naturschutz? Warum gibt es eine Definition der Störfallverordnung, wenn es ausreicht, dass ein Investor behauptet, dass sein Kraftwerk nicht darunter fällt? Kann es sein, dass damit nur die Höhe der Summen definiert werden? So lassen sich Ausnahmegenehmigungen, die selbstverständlich nur dem Allgemeinwohl dienen 😉 , jederzeit begründen! Es lebe die Gewinnoptimierung.

Einen schönen 2.Geburtstag an alle BI-Mitglieder und Sympathisanten und einen gesegneten 3. Advent an alle Menschen!

PS: Neuer Infobrief und Pressemappe wie immer unter den entspr. Rubriken zum Schmökern und Lesen.

Auch hier http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/voegel/

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9 Antworten

  1. Mich würde mal interessieren, von welchem Stromanbieter die BI-Mitglieder ihren Strom beziehen?
    Ökostrom von EWS Schönau oder Greenpeace oder Naturstrom oder Lichtblick? Oder doch den billigen Strom von Atom & Kohle & Co.?

    Wer verzichtet auf Urlaubsflüge? (Eine Flugreise z.B. in die DomRep bringt genau so viel CO2 wie die tägliche Fahrt mit dem Auto zur Arbeit pro Jahr.)
    Wer hübscht sein Häuschen zur Weihnachtszeit mit 1001 bunten Lichtern auf?
    Hängt noch irgend jemand seine Wäsche zum Trocknen in den Garten oder haben alle Wäschetrockner im Haus?
    Wer hat ein CO2-neutrales Haus? Z.B. durch Solaranlage und Wärmepumpe und Dämmung und Wärmerückgewinnung?
    Wer verwendet LED-Lampen statt umweltschädlicher „Sparlampen“ oder sogar alter Glühlampen?

    Na ja, das GuD finde ich zwar Scheiße, aber wenn sich das Verbrauchsverhalten nicht ändert, wird es wohl gebraucht werden!
    Wir sollten hier und jetzt anfangen und nicht über Regenwald und Co. sinnieren.
    Global denken, okay, aber auch bitte lokal handeln.

  2. Lieber Hans,

    in der Solarbranche ist es kein Geheimnis, daß ein Makler für die Vermittlung einer 20 Hektar Fläche (Solarstromanlage für ca. 10-12 Megawatt) eine Provision von ca. 50.000 – 100.000 EUR kassiert.

    Was bekommt man denn so in der Gas-und Dampfbranche für die Vermittlung einer Fläche für eine 1.200 Megawatt-Anlage?
    1.200 / 10 * 50.000 EUR = 6 Mio. EUR – 12.000 Mio.EUR?

    He, he, wenn hier weniger bezahlt wurde, haben sich einige Leute aber schön über den Tisch ziehen lassen. Ooooooooch!

    • Lieber Ulrich,

      die Spannweite von 6 Mio. bis 12 Milliarden ist doch etwas zu gross, oder? 🙂

      Irgendwie sowieso eine komische Rechnung; ich dachte Grundstücke werden nach Quadratmetern und nicht nach Stromerzeugung bezahlt (Dann müssten wir von den Maklern ja alle Geld bekommen, denn wir verbrauchen und erzeugen nicht).

      • Mönsch Hans,
        6.Mio EUR – 12.Mio EUR meinte ich!
        Wer eine Solarstromanlagenfläche (20 Hektar werden für 10 Megawatt benötigt) vermittelt, kann 50.000 -100.000 EUR Provision kalkulieren.
        Als Pachtkosten kann man das 10-fache kalkulieren.
        Wenn Du also 20 Hektar Land besitzt, kannst Du das an einen Solarstrombetreiber verpachten – für 20 Jahre.
        Dann kannst Du damit 550.000 EUR bis 1.100.000 EUR über 20 Jahre einnehmen.
        Die Gemeinde Wustermarkt hat mehr als 200 Hektar und könnte damit zwischen 5,5 Mio. EUR – 11 Mio. EUR einnehmen.
        Normalerweise werden Provision und Pacht komplett zu Beginn der Pachtzeit gezahlt.
        Die Gemeinde Wustermark wäre also, wenn sie sich für die Solarvariante entscheiden würde, Anfang 2012 so ziemlich alle Schulde los – ohne Dreck, Lärm und Gestank!
        Wenn die Gemeindevertreter das nicht verstehen …
        * können sie evtl. nicht rechnen, oder
        * erhalten evtl. private Zuwendungen, wenn es zum Bau eines Gaskraftwerkes kommt.
        So einfach ist das.
        Aber … siehe Wulff … alles kommt irgendwann ans Licht.

  3. Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Schrauben Sie Ihre Aggressionen mal ein wenig runter und lassen Sie das Leben mit etwas mehr Gelassenheit und positivem Denken auf sich wirken. Immer diese Unterstellungen haben Sie nichts besseres zu tun, als nur allen Menschen schlechtes zu unterstellen?
    Mehr Besinnlichkeit zur Weihnachtszeit wünscht Michi Belter

    • Hallo,

      Ich frage mich gerade was meine Frage mit Aggression zu tun hat. Könnten Sie mir hierbei vielleicht weiterhelfen?

      ich meine doch nur, daß nicht derjenige mit Steinen werfen sollte, der im Glashaus sitzt. Die Unterstellungen kommen doch gar nicht von meiner Seite. Ich habe doch nur auf eine Unterstellung einen Kommentar abgegeben. Sollten meine Kommentare anstössig sein so bitte ich um Entschuldigung. Ich nehme doch nur Anstoss an der teilweise aggressiven und subversiven Wortwahl hier im Blog.

      Ich bin gelassen und sehe das Leben sehr positiv.
      Ich kann sogar dem geplanten Kraftwerk positives abgewinnen – Und wie ist es bei Ihnen?

      Gruss
      Hans

  4. Hallo, hallo,

    wir hier gerade den Gemeindevertretern und anderen Amtträgern Bestechlichkeit vorgeworfen?

    Das sollte dann aber auch begründet und bewiesen werden. Ansonsten sollten solche Unterstellungen unterlassen werden.

    Gruss
    Hans

    • Wenn die Gemeindevertreter alle Zahlungen richtig versteuert haben, sollten die Steuerprüfer vom Finanzamt Nauen leer ausgehen.

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