Subventionsmittel für fossile Energien seit Jahren eine falsche Entscheidung

http://www.klimaretter.info/wirtschaft/hintergrund/9569-subventionen-fossile-energien

Klimaretter – 04. Oktober 2011
Die 500 Milliarden Dollar-Subventionsmaschine
Mit einer halben Billion US-Dollar haben die Staaten weltweit den fossilen Energien im vergangenen Jahr unter die Arme gegriffen. Obwohl sich die G20-Staaten 2009 darauf verständigt hatten, die Subventionen schrittweise auslaufen zu lassen, sind sie gegenüber 2009 weiter gestiegen. IEA und OECD fordern dringend Reformen. (Von Eva Mahnke)
Eine halbe Billion US-Dollar – das sind 500.000.000.000 beziehungsweise 500 Milliarden US-Dollar – haben die Staaten im vergangenen Jahr ausgegeben, um die Produktion und den Verbrauch fossiler Energien zu unterstützen. Diese Zahl vermeldet heute die Internationale Energieagentur (IEA) [1].
Gemeinsam mit der OECD empfiehlt sie, dieses Geld in Zukunft zugunsten von Umwelt und Wirtschaft einzusparen.
Die G20-Staaten hatten sich auf ihrem Treffen 2009 im amerikanischen Pittsburgh darauf verständigt, sich schrittweise aus der Subventionierung fossiler Energieträger zurückzuziehen. Man wolle, so hatten die Staatenlenker verkündet, die Subventionen auslaufen lassen, „die zu Energieverschwendung führen, die Energiesicherheit verringern, Investitionen in saubere Energien verhindern sowie die Klimaschutzbemühungen unterwandern“. Um sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie viel Geld hier fließt, hatten sie deshalb IEA, OPEC und Weltbank damit beauftragt, einen Bericht [2] zu verfassen, der im November vergangenen Jahres vorgelegt wurde und Zahlen für 2009 lieferte.
Nun hat die IEA die Zahlen für 2010 bekannt gegeben – und verbindet die Veröffentlichung mit einem erneuten Appell an die Staaten, sich für den Abbau der Subventionen einzusetzen. OECD-Generalsekretär Angel Gurria und IEA-Direktorin Maria van der Hoeven brachten die Nachteile der Subventionen auf einen Punkt: Die Ziele, die eigentlich mit der Subventionierung erreicht werden sollten, würden zumeist verfehlt. Statt Armut zu mindern und die ökonomische Entwicklung zu befördern, führten die Zahlungen zu Energieverschwendung, verzerrten die Preisbildung an den Märkten und würden die Wettbewerbsfähigkeit von erneuerbaren Energien und Energieeffizienztechnologien beeinträchtigen. „Sowohl Entwicklungsländer als auch die entwickelten Staaten müssen ihre ineffizienten Subventionen für fossile Energien beenden“, forderte deshalb OECD Generalsekretär Angel Gurria.
Der Trend geht jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Die IEA hat ermittelt, dass die Subventionen, die den Preis für fossile Energieträger künstlich drücken, 2010 um fast 110 Milliarden US-Dollar und damit ein Viertel höher waren als noch 2009.
Die Mechanismen, mit denen die fossilen Energien begünstigt werden, sind äußerst vielfältig. Um den Regierungen – vor allem der OECD-Staaten – Wirkungsweise und Ausmaß ihrer eigenen Förderpolitik vor Augen zu führen, hat die OECD nun das weltweit erste Verzeichnis über die Subventionen in fossile Energien (Inventory for Estimated Budgetary Support and Tax Expenditures for Fossil Fuels) vorgelegt. Das Verzeichnis erläutert über 250 unterschiedliche Mechanismen, mit denen die OECD-Staaten den fossilen Energien unter die Arme greifen. Die Datenbank soll regelmäßig aktualisiert und auf weitere Staaten ausgedehnt werden.
Die IEA gibt sich trotz allem optimistisch: Rund die Hälfte der betrachteten Staaten hätten seit Jahresanfang 2010 „erste Schritte unternommen“, um Subventionen abzubauen. „Zwar ist das ein ermutigender Start“, sagte IEA-Direktorin Maria von der Hoeven, „aber es bleibt noch viel Arbeit zu tun.“
Die IEA lockt die Staaten derweil weiter mit guten Argumenten: Die Abschaffung der Zahlungen würde das nationale Einkommen erhöhen und die Treibhausgasemissionen senken. Der Wachstumsanreiz darf natürlich auch nicht fehlen: „Vor allem in entwickelten Ökonomien ist der Raum für politische Maßnahmen äußerst begrenzt. Strukturelle Reformen zur Stimulierung von Wachstum und Beschäftigung sind deshalb wesentlich“, erläutert Angel Gurria. „Eine dieser strukturellen Reformen ist die Abschaffung von Subventionen. Die Staaten sollten diese Gelegenheit wahrnehmen.“
Neben den Zahlen und Fakten zu den Subventionszahlungen erarbeitet die IEA auch Empfehlungen für den Ausstieg aus der 500 Milliarden Dollar-Subventionsmaschine
Im Text verwendete Links:
-Abfall+Emissionen-Energie-
(zusammengestellt und als Beitrag gesandt von „die Grünen Wustermarks“)
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9 Antworten

  1. Was die Schweizer freut. Wie man in der 20Min, einer kostenlosen Zeitung in der Schweiz, informieren konnte. Wir haben den Schweizer Investor schon aufgefordert mit seinen 640 Mio. € eher sich an dem Aufbau eines Speicherkraftwerks zu beteiligen, statt in Dinosaurier zu investieren. Jeden Tag verschenkt der Stromerzeuger Strom an die Großindustrie und wir alle müssen das bezahlen. Es geht um Innovative Investitionen und nicht darum Geld aus dem Fenster zu werfen. Unter der Überschrift „Deutscher Gratis-Strom für Schweizer Stauseen“ wird Deutschland u.a. gelobt, weil der Überschuss aus Ökostrom produziert wird. Also Schwarzmalerei ist nicht in nur angesagt. Wir sind auf einem guten Weg und wir protestieren gegen die Verschwendung von Mio. von Euro. LG

  2. Ich habe am Wochenende gelesen, daß in Deutschland erzeugter Strom ins Ausland verschenkt, bzw. sogar noch Geld gegeben wird für die Abnahme von überschüssiger Energie, da z.Z. noch gar keine ausreichende Speicherkapazität vorhanden ist.
    Dieser Strom wird überwiegend aus alternativen Energien (Wind und Sonne) erzeugt.

    Das heisst, wie zahlen doppelt, erstens die Subventionen für erneuerbare Energien und zweitens durch den „reimportierten“ Strom welchen wir abnehmen.

    Hier vermute ich auch noch eine negative Umweltbilanz.

    Und das wird für gut befunden?

    So muss ich es interpretieren wenn in dem Blog immer wieder auf die sauberen alternativen Energien verwiesen wird.

    Gruss
    Hans

    • Lieber Hans,

      add1: Erneuerbare Energien werden nicht subventioniert. Die Kosten für erneuerbare Energien werden auf alle Verbraucher umgelegt.
      add2: Der gesamte erzeugte Strom wird über die Börse verkauft. D.h., daß sich der Preis aus Angebot/Nachfrage ergibt. Und da kommt es in der Tat Nachts zu Situationen, bei denen mehr Strom zur Verfügungs steht als benötigt wird. Das liegt aber hauptsächlich an den nicht/kaum regelbaren Kraftwerken (Atom und Kohle). Das alles ist aber schon seit Jahrzehnten so und hat nichts mit erneuerbaren Energien zu tun.
      Einfach mal etwas mehr mit dem Thema beschäftigen. Es gibt genügend Seiten im Internet, wo das alles beschrieben ist. Hier über bekannte Tatsachen erneut zu spekulieren, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen.

      • Lieber Ulrich,

        im Blog wird doch schon so viel spekuliert, da kommt es doch auf eine mehr oder weniger nicht an, oder?

        Es ist doch egal ob der Staat oder der Verbraucher subventioniert. In einem Fall ist es der Steuerzahler (also ich) im anderen der Verbraucher (also ich).

        Gruss
        Hans

      • Nachtrag:

        Ich habe mir die Stundenkontrakte EEX für dieses Jahr ab 01.06.2011 angeschaut. Es gibt nur einen negativen Wert am 19.06. zwischen 16:00-17:00 Uhr.

        Damit kann ich Ihre Aussage „Nachts“ fuer diesen Sommer leider nicht bestätigen.

        Vielleicht mache ich mir nochmal die Mühe uns schaue mir den Rest des Jahres 2011 sowie das Jahr 2010 an.

        Und konventionelle KW´s können sehr wohl im Teillastbereich bis unter 30% geregelt werden.

        Gruss
        Hans

      • Lieber Hans,
        und wegen einer Stunde, in der ein negativer Strompreis gültig war, sollen nun alle Solardachbesitzer und Windradbetreiber verantwortlich gemacht werden?
        Ist das ein Argument, um die Umwelt weiter mit CO2, div.Abgasen und Atommüll vollzusauen?
        Ich würde lieber ein paar MWh verschenken wenn damit die Umweltverschmutzung massiv gesenkt werden könnte und ein konsequenter Umbau auf erneuerbare Energien erfolgen würde.

      • Nachtrag:
        Schau mal hier: http://www.wustermark-energie.de/neuste-entwicklungen/11-10-18/Kompensationsma%c3%9fnahmen_erfolgreich_abgestimmt.aspx

        Schöner als diese Veröffentlichung kann man eigentlich gar nicht den zu erwartenden Dreck und den Lärm dokumentieren.

        Ihr bekommt u.a. Lämschutzfenster … na dann herzlichen Glückwunsch (sarkastisch gemeint!).
        Bedankem sollten sich alle bei bei der SED bzw. PDS bzw. DieLinke und bei den Gewinnern/Grundstücksverkäufern von der WWG.

        Dümmer gehts nimmer! Meine Meinung!

      • Lieber Ulrich,

        zu Kommentar „Ulrich Jahnke, am 18. Oktober 2011 um 11:47 sagte:“

        Es geht nicht darum ob es nun nur eine Stunde war, sondern um die Tageszeit. Daraus läßt sich herauslesen, daß es sich nicht um die Nacht handelt. Daher die Aussage vom „Ulrich Jahnke, am 14. Oktober 2011 um 05:55 sagte:“ falsch.

        Ferner suggeriert die Aussage, daß „nicht/kaum regelbaren Kraftwerken (Atom und Kohle). “ ja sooo böse und schlecht sind. Nur sind diese KW´s bis unter 30% im Teillastbereich sehr wohl zu betreiben. Also sehr flexibel einsetzbar um Stromschwankungen auszugleichen.

        Und Solardachbesitzer und Windbetreiber mache ich in keinster Weise verantwortlich. Sonst hätte ich das ja geschrieben.

        Gruss
        Uwe.

      • Sind wir doch mal ganz ehrlich!
        Die Gemeindevertreter von Wustermark können, wenn sie wollen, das Havelland für ein paar Steuer-Euro verzocken.
        Umwelt im Arsch, die Leute, die Geld haben, ziehen weg.
        In 5-10 Jahren:
        Gaspreis steigt, das Gaskraftwerk erwirtschaftet keinen Gewinn. Steuereinnahmen für die Gemeinde bleiben aus.

        Subventionen dürfen nicht gezahlt werden, weil es gegen europ.Recht verstößt.

        In London sitzen die Investoren von http://www.3i.com die das Geld für http://www.advancedpower.ch gegeben haben und klopfen sich vor Lachen auf die Schenkel: „the bloody communist party in Wustermark“ hat seinerzeit dem Projekt zugestimmt. Die Investoren in London haben das Geld gegeben und 10-20% am Verkauf verdient.

        Vielleicht hätten die „new member“ von SED-PDS-dieLinke mal besser etwas mehr bei Marx gelesen?

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