Die Verantwortung der Politik und der Blick weit über den Tellerrand

INFO -Nächste Woche, Dienstag den 19.7.2011 18:30 Uhr Gemeindevertretersitzung in der Aula Grundschule Wustermark- es geht u.a. ums Kraftwerk! Informiert Euch kommt hin. -INFO

Wenn ich die Politik in die Pflicht nehmen möchte, dann heißt es nicht nur auf der kommunalen, sondern auf besonders auf landespolitischer/ bundespolitischer Ebene. Vor Ort können nur regionale Reaktionen und Entscheidungen kommen, da die im Ehrenamt tätigen Menschen natürlich nicht über den Tellerrand schauen müssen/wollen. Sie wollen ja für (manchmal leider auch gegen) die Interessen ihrer Wählerschaft entscheiden.

Warum schreibe ich das so? In Deutschland wird mit der „Energiewende“ in Wildwest-Manier von Investoren versucht flächendeckend 1200 MW-Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke (GuD-KW) zu errichten. Dabei ist nicht der Sinn entscheidend, wo denn tatsächlich der Trend zur Energieerzeugung in Deutschland hingehen soll, sondern einfach unter dem Deckmantel der Schwankungen der Erneuerbaren Energie (EE) und der in 12 Jahren abzuschaltenden AKWs, wird nicht für die EE agiert, ganz im Gegenteil, sondern dagegen.

In Brandenburg führt die Energiewende zu weiteren Tagebauen, statt hier in einer Region wie der Lausitz mit der Energiewende / gerade wegen klimapolitischen Zielen, Vernunft walten zu lassen.

Ich denke, es wäre zielführender und sinniger, wenn es ein gesamtdeutsches Energiekonzept geben würde. Wo Standorte für dezentrale Gaskraftwerke genau überlegt werden würden, um der Wildwest-Manier von Investorengruppen Einhalt zu gebieten. Lassen sie es wieder zu, dass wir uns von gigantischen GuDs die Strompreise diktieren lassen, stehen wir in 12 Jahren wieder an dem Punkt, dass mit den EEs keine ausreichende Stromproduktion möglich ist. Die big-4 haben kein Interesse daran, weil sie bisher mit ihrer Strategie des Aufteilens ihrer Gebiete gut gefahren sind. Aber das kann und darf nicht sein, wenn wir unsere Erde für unsere Kinder und Kindes Kinder erhalten wollen.

Wenn wir in Deutschland wirklich Vorreiter im großen Sinne sein wolle und das sieht mit dem beschlossenen Atomkraftausstieg ja so aus, dann aber wirklich für EE. Dann heißt es Regionen wie die Lausitz nicht weiter abzubaggern, sondern z.B. die Kohlekraftwerke dort gegen GuD-Kraftwerke zu ersetzen. Das verringert CO2! Das sichert einer ganzen Region Arbeitsplätze und sichert vorhandenen Strukturen! Wer regiert dort – Vattenfall?

Stattdessen wird wie wild große unbebaute Industrieflächen gesucht und günstig wenn dort Gemeinden die Hoheit haben, die dringend Geld brauchen, damit sieht es dann für  Investorenziele gut aus, um ihre Interessen durchzudrücken. Da bekommt der Spruch „Geld regiert die Welt“ eine Nachhaltigkeit, wenn auch keine ökologische.

Meine Frage: Halten sie es für Vernunft, wenn in Deutschland in Wildwest-Manier Investoren (verarmte) Gemeinden aufsuchen, um überall (Eemshaven, Greifswald, Berlin, Leipheim, Wustermark…) gigantische fossile Gas-und Dampfturbinen-Kraftwerke zu bauen? Auf die Frage nach dem WARUM? – wird die gleiche Antwort gegeben, -um die EE auszugleichen und jetzt natürlich noch um in 12 Jahren die AKWs zu ersetzen. Sicher brauchen wir Strom- aber nicht auf Teufel komm raus –gigantische GuD-Kraftwerke. Mit den EEs (Wind, Sonne, Wasser, Geothermie) ist es möglich, dort auch gern in Verbindung mit kleinen dezentralen GuD-KW den Strom für die  Großindustrie bereitzustellen.
Oder sollte es vielmehr so sein, dass sich die Bundesländer Deutschlands zusammenfinden und ein gesamtdeutsches Energiekonzept zum Ausbau eines gesunden Netzes zur Unterstützung der EE und der vorhandenen Industrien zu entwickeln?

Was passiert denn gerade?

Die Kohle in der Lausitz wird wieder hervorgeholt, alle klimapolitischen Ziele werden in den Wind geschrieben (natürlich nicht ganz offiziell) und weitere Dörfer werden in der Lausitz einem Tagebau weichen müssen. Dabei gab es noch im letzten Jahr das Versprechen Brandenburgs an die Menschen in der Lausitz, dass es keine neuen Tagebaue geben wird. Was wäre denn, wenn man statt des Ausbaues der Kohle hier in der Lausitz das Thema Gaskraftwerke favorisiert und damit
1.) klimapolitisch sich treu bleibt
2.) keine Dörfer der Kohle geopfert werden, d.h. kein Mensch verliert sein zu Hause
3.) die Arbeitsplätze erhalten bleiben
4.) die Energieversorgung gesichert
und 5.) eine Region in ihrer Existenz gesichert wird?
Statt sinnlos wie wild in Deutschland überall gigantische Gaskraftwerke zu errichten und damit sich von den Gaslieferungen aus Russland und Norwegen abhängig zu machen, statt nach neustem Stand der Technik mit EE weiterzumachen. Wenn wir uns mit Sachverständigen unterhalten, dann erklären sie, dass mit diesen gigantischen GuDs ein Ausbau der EE verhindert wird. Ohne eine vernünftige Standortwahl kann es keinen Fortschritt geben!

Nun haben wir in Wustermark die Möglichkeit, dass die Menschen gefragt werden und damit im Vergleich zu anderen Projekten, wo die Menschen wie in Stuttgart, erst begreifen was passiert, wenn alle Messen gesungen sind.

Es geht für uns nicht nur darum auf Strom zu produzieren, es geht vor allem darum sinnvoll Strom zu produzieren. Gerade wenn ich fossile Energien wieder in den Vordergrund schiebe, tritt dies den klimapolitischen Zielen entgegen.

Nur wenn es wirtschaftlich ist (Worte des Investors) 800 MW Abwärme zu nutzen,  heißt aber auch 40 % der Energie in unsere Umwelt zu blasen. (Das ist fast so viel, wie in dem besuchten Kraftwerk in Spalding überhaupt an Energie erzeugt wird!)

Für uns heißt das hier vor Ort, dass unsere Lebensqualität für eine Lobby geopfert werden würde. Unsere Gesundheit steht auf dem Spiel. Wir hatten schon mehrfach versucht, auch den GVs von Wustermark das Thema Infraschall näher zu bringen und wir werden mit einer zunehmenden Umweltverschmutzung zu tun haben.

Es gibt keinen Grund in Euphorie auszubrechen, wenn man sich solche hohen klimapolitischen Ziele gesetzt hat und jetzt solche Giganten zulässt.

Liebe Wustermarker, Dyrotzer, Elstaler, Hoppenrader, Buchow-Karpzower, Wernitzer Sie sind die, die mit der Einwohnerbefragung hier für 155.00 Menschen, auch der umliegenden Gemeinden, mitgestalten dürfen. Wägen Sie bei ihrer Entscheidung ab und bedenken Sie, es kann und darf nicht nur das Geld sein, was zählt. Es hat einen guten Grund dass eine Landesarbeitsgruppe Energie der Grünen Brandenburgs, sonst als Gaskraftwerk-Befürworter, den Standort Wustermark ablehnen! Wenn es so weit ist, nehmen Sie ihre Chance wahr, uns Menschen hier vor einem solchen gigantischen, überdimensionierten und zu nah stehenden Kraftwerk zu schützen. Setzen Sie sich bitten dagegen ein und sagen NEIN zum Projekt.

so in etwa soll es bei uns aussehen, dort Abstand zur Wohnbebauung 700m

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