Infobrief März 2010

Liebe Mitglieder, Anwohner, Bewohner, Sympathisanten, Interessierte,

wir sind die Bürgerinitiative gegen ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD-Kraftwerk) in Wustermark, die sich hier vor Ort wehrt, dass in unserer unmittelbaren Wohnbebauung ein gigantisches Kraftwerk entstehen soll. Die Arbeit unserer Bürgerinitiative besteht darin, zu informieren und Informationen zu sammeln. Wir sind bisher 400 Mitglieder und viele Sympathisanten aus den Ortschaften Dyrotz, Elstal, Priort, Wernitz, Wustermark, Zeestow, Brieselang, Falkensee und Bredow, die das Kraftwerk ablehnen und täglich werden es mehr. Wir wollen erreichen, dass die Entscheidungsträger der Gemeinden uns hören und die Menschen, die so denken wie wir, eine Stimme bekommen, denn der Einzelne erreicht wenig, viele gemeinsam jedoch viel mehr. Wir reden hier von einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit einer Leistung von 1.200 MW (das ist Strom für ca. 1,5 Millionen Haushalte), das unser Leben und unsere Umgebung nachhaltig stark beeinträchtigen wird. Deshalb NEIN zu einem Gas- und Dampf-turbinenkraftwerk in Wustermark!

Wie ist der aktuelle Stand?

Am 3. März 2010 fand in Potsdam eine gemeinsame Antragskonferenz zur Festlegung von Gegenstand und Untersuchungsrahmen des Raumordnungsverfahrens (ROV) mit der „Tochter-gesellschaft der Advanced Power AG, Wustermark Energie GuD GmbH & Co.KG“, als Antrags-steller für den Bau eines Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerkes in Wustermark statt. Zusammen mit der „Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin/Brandenburg (GL Berlin/Brdbrg)“ wurde über fünf Stunden umfangreich über den Inhalt, Umfang, Methode des ROV´s und den zu erstellenden Umweltverträglichkeitsuntersuchungen im Rahmen des ROV gesprochen.

Ziel dieses Termins war es, alle Faktoren für ein Raumordungsverfahrens (ROV) zu sammeln, die für die Prüfung eines solchen Kraftwerkbaus für notwendig erachtet werden könnten. Dabei wurden Institutionen vorher angeschrieben und um deren Stellungsnahmen gebeten. Einige Vertreter der Institutionen nahmen zusätzlich die Möglichkeit war, ihre Stellungnahmen am 3. März 2010 persönlich zu ergänzen.

Der Antragsteller, die Advanced Power AG und ihre Tochtergesellschaft Wustermark Energie GuD GmbH & Co. KG und mit den (von ihnen beauftragten) zugehörigen Ingenieurbüros aus Deutschland, hatte zuvor eine Vorlage erarbeitet, die das Kraftwerk beschreibt und welche Faktoren sie in welchem Raum (Umkreis) max. betrachten wollen. Der zu betrachtende Radius beträgt 50 x die Schornsteinhöhe (65 m). Dabei stellte sich heraus, dass die vor Wochen versprochene V i s u a l i s i e r u n g  (d.h. den Bewohnern/der Bevölkerung zu zeigen, wie das GuD-Kraftwerk auf der Wustermarker Fläche gegenüber dem Zeestower Weg – nahe Dyrotz, aussehen würde) im Raumordnungsverfahren n i c h t erfolgen wird!

Das Gleiche gilt für die gesamte  W a s s e r p r o b l e m a t i k.  Hier wurde uns im Vorfeld von der Advanced Power AG gesagt, dass mit Transparenz und Bürgerinformation nichts verschwiegen wird. Wie sich aber in der Diskussion am 3. März bereits gezeigt hat, gibt es gerade in der schon im Vorfeld diskutierten Wasserhaushaltsproblematik einen großen Klärungsbedarf. Die not-wendigen Modelle hierfür, also zu zeigen, wie sich das Wasser verhält, möchte der Antragsteller nun ebenfalls  n i c h t im ROV vorführen. Stattdessen sollen nur theoretische Berechnungen aus Erfahrungen herangezogen werden. So kann das nicht vernünftig sein! Denn hier in unserem Landstreifen besteht, nach langen Untersuchungen von Umweltverbänden (pik), die Gefahr einer s. g. Versteppung (bzw. Vertrocknung der Böden).

Bei einem Kühlwasserbedarf von 1000 m³/h (Kubikmeter pro Stunde) (ein durchschnittlicher Haushalt braucht pro Jahr ca. 100- 120 m³ Wasser!!) und dem hierbei an das Kraftwerk anliegenden Havelkanal, der kein fließendes Gewässer darstellt, soll gerade in den Sommermonaten, zusätzliches Wasser aus unserem Grundwasser gezogen werden. Wer hier schon lange wohnt, der weiß, dass unsere Sommer sehr trocken sind und wer mit unseren Bauern spricht, wird erfahren, wie viel Wasser für die Felder zusätzlich benötigt wird, wenn nicht genügend Grundwasser zur Verfügung steht.

Wir haben in unserem Umland anerkannte Natur- und Vogelschutzgebiete, Feuchtgebiete, Trinkwasserschutzgebiete und Moore (u. a. Niedermoorkomplex „Rhinslake bei Rohrbeck“). Was passiert mit ihnen? Leider ist der Raum, den der Antragsteller im Raumordnungsverfahren (ROV) freiwillig betrachten will, derart klein, dass hier wichtige Umgebungen standortentscheidend sein könnten. So können wir nur hoffen, dass die Stellungnahmen der Institutionen zur Vergrößerung des zu betrachtenden Raumes (im Sinne des ROV), wie auch die Forderung von Falkensee, mit berücksichtigt werden.

Ein weiterer wichtiger Faktor der Betrachtung ist – aus unserer Sicht – die Sicherheit. Gerade hat das Beispiel in den USA Middletown Connecticut gezeigt, was geschieht, wenn eine Havarie in einem Kraftwerk passiert. Die Explosion einer Gasleitung ist kein Vorkommnis, was zu unterschätzen ist. Wir befinden uns hier dicht in Mitten der Wohnbebauung. Der Abstand zu Dyrotz beträgt ca. 450 Meter, zu Wustermark ein wenig mehr, Elstal ist direkt im Westen betroffen und die angrenzenden Gemeinden Brieselang/Zeestow und Falkensee/Finkenkrug wären in einem solchen Fall sicher ebenfalls stark zerstört. Unsere heutige politische Gesamtsituation gebietet uns auch, an eventuelle terroristische Angreifer zu denken. Denn bei solch einer Größe eines 1.200 MW Kraftwerks in der Nähe von Hauptversorgungsanlagen (Umspannwerk und vielen 380 KV-Hochspannungsleitungen) könnte dieses als Angriffsziel angesehen werden. Auch dieses wurde beim Termin am 3. März 2010 zur Sprache gebracht!

Die Aufgabe der „Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin/Brandenburg (GL Berlin/Brdbrg)“ besteht jetzt darin, alle Anliegen/Faktoren zusammenzustellen und daraus ein Paket mit allen Faktoren der jeweiligen Betroffenen zu „schnüren“, die der Antragsteller, die „Wustermark Energie GuD GmbH & Co.KG“, im Raumordnungsverfahren (ROV) zu erfüllen hat. Dies dauert ca. acht Wochen und danach wird voraussichtlich das ROV eröffnet.

Im Zuge dieses ROV´s sollen a l l e Anwohner und Betroffene – und dazu gehören auch w i r – die Möglichkeit bekommen, ihre Bedenken zu äußern. Wir sind der Meinung, dass sich die Advanced Power AG mit ihrer Tochter Wustermark Energie GuD GmbH & Co.KG die gesamten Kosten für diese ROV sparen könnte, wenn unsere Gemeindevertreter darauf hören würden, was ihre Bewohner und Anwohner wollen! Das wäre auch gegenüber dem Investor nur fair.

Wir wollen  k e i n  Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Wustermark!

Daher brauchen wir jeden Menschen, der hier vor Ort lebt und seine Existenz aufgebaut hat! Unsere Grundstücke werden massiv an Wert verlieren; viele Menschen zahlen in den nächsten 20 – 30 Jahren ggf. ein Haus ab, das diesen Wert nicht mehr haben wird. Unsere Umwelt wird sich zum Nachteil verändern und selbst wenn Grenzwerte im Schall (am Standort ca. 89 dB – das ist ein startendes Flugzeug!) und bei den Abgasen (ca. 1,5 Mill. Tonnen CO² pro Jahr, neben Kohlenmonoxid, Stickstoffen und auch Schwefel) gerade so eingehalten würden, sind  w i r  es, die damit leben müssen und  n i c h t  die Investoren! Redet mit euren Nachbarn, mit euren Freunden und gibt diese Informationen weiter. Habt ihr Fragen, so findet ihr uns in allen Ortsteilen und im Internet unter http://www.gaskraftwerk-wustermark.de.

Mit dampffreien Grüßen

eure Bürgerinitiative (BI)

Advertisements

2 Antworten

  1. Auch Dallgow ist jetzt dabei und soll auf der Starseite, sprich in dem Beitrag vom 20. März, um Dallgow ergänzt werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: